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Protestkundgebung am Samstag

Demo gegen Corona-Beschränkungen: Gastwirte gehen in Waghäusel auf die Barrikaden

Den Gastronomen von Waghäusel reicht es: Am Samstag wollen sie vor dem Rathaus demonstrieren und auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Der Frust über die andauernde Schließung ist groß.

Leere Stühle, leere Tische, keine Gäste: Margit Kattner vom „Schwanen“, dem ältesten Gasthaus in Wiesental, initiiert den Protest. Foto: Werner Schmidhuber

Die Gastwirte in Waghäusel und ihre Unterstützer gehen jetzt auf die Barrikaden. „Uns reicht’s“, so bekunden sie mit Blick auf die langanhaltenden existenzbedrohenden Einschränkungen für das gesamte Gewerbe.

„Auf die Barrikaden steigen“ ist ein Begriff aus den Zeiten der Revolution von 1848/49 - und von daher gerade in Waghäusel, dem zentralen Ort der Badischen Revolution und der dortigen Entscheidungsschlacht 1849, ein passendes Unternehmen.

Auch jetzt ist Aufruhr angesagt, vor allem gegen Bund und Land, die den Lockdown aufrecht halten. Die Konzeptlosigkeit schnüre den Geschäftsleuten, Selbstständigen, Betriebsinhabern und Gastronomen die Kehle zu, mokiert sich Margit Kattner.

Demonstration vor dem Rathaus in Waghäusel angekündigt

Die Schwanenwirtin hat für den Samstag, 27. März, ab 14 Uhr eine Demo mit Kundgebung vor dem Rathaus am Marienbrunnen organisiert. Dort sollen Unmutsbekundungen geäußert werden. Angemeldet haben sich auch Vereinsvertreter: Mit der Schließung der Vereinsheime und Vereinsgastgaststätten sind alle Einnahmen weggebrochen.

Uns fehlt eine klare Linie, Perspektiven gibt es nicht, alles bleibt im Ungewissen.
Margit Kattner, Schwanen-Pächterin

Obwohl gesundheitlich angeschlagen, setzt sich die Schwanen-Pächterin zur Wehr. Und macht klar: „Mit Coronaleugnern und Querdenkern haben wir nichts am Hut. Wir wollen zeigen, dass wir nach langer Zeit des Duldens und Leidens jetzt die Schnauze voll haben.“ Erlaubt werde Mallorca, aber ein Besuch in unseren geschützten Gaststätten nicht. Dieser Unsinn mache alle Gastronomen wütend. „Uns fehlt eine klare Linie, Perspektiven gibt es nicht, alles bleibt im Ungewissen.“

Wenig Hoffnung auf irgendwelche Lockerungen machen die steigenden Corona-Fallzahlen. Manche Branchen dürfen seit Monaten nicht mehr öffnen, klagt auch Ehemann und Koch Sascha Kattner. „Wir haben mit großem Verantwortungsbewusstsein sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, um der Sicherheit unserer Gäste, unserer Mitarbeiter und damit letztlich auch der Gesamtbevölkerung Rechnung zu tragen. Unsere Hygienekonzepte sind ausgereift, unsere Kontrollmaßnahmen umfassend und die Nachvollziehbarkeit eventueller Infektionen ist gegeben.“

Gastronomie darf trotz Hygienekonzepten nicht öffnen

Die Gastronomie biete den bestmöglichen Schutz – und werde am meisten bestraft. „Wir haben Abstände geschaffen, Tische entfernt, teils Glasscheiben eingezogen, Mundschutz angeordnet, Desinfektionsmittel bereitgestellt. In unserem Bereich waren keine steigende Corona-Fälle vorhanden. Jetzt werden wir geknechtet“, erzürnt sich die Wirtin des ältesten Gasthauses stellvertretend für ihre Mitstreiter.

Die Pandemie zerstört unser Leben.
Margit Kattner, Schwanen-Pächterin

„Wir müssen die Banken bedienen, Mieten bezahlen, Leasingverträge erfüllen, Personal entlohnen, Versicherungen bestreiten. Jetzt wurde auch noch die Gewerbesteuer abgebucht“, regt sich Margit Kattner auf. Viele Kollegen seien am Ende ihrer Kräfte und ihrer Finanzen, machen dicht. Dem Mittelstand gehe es an den Kragen. „Die Pandemie zerstört unser Leben.“

Auch Teilnehmer aus den Nachbargemeinden seien zur Kundgebung eingeladen und willkommen. Jeder betroffene Bürger habe die Möglichkeit, sich am Mikrofon zu äußern.

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