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Neue Regelen gelten auf dem Wochenmarkt

Nicht jeder Besucher weiß von der Maskenpflicht in Baden-Baden

Der Wochenmarkt auf dem Baden-Badener Augustaplatz findet das erste Mal mit Maskenpflicht statt, während die Besucher die neue Regel locker sehen, bemerken die Händler erste Veränderungen.

Doppelt hält besser: Rifat Fidancan (links) vom Blumenhandel Florex hat an seiner Kasse bereits seit mehreren Wochen einen Spuckschutz. Jetzt gilt auch die Maskenpflicht. Foto: Sidney-Marie Schiefer

„Wie bitte? Entschuldigung, durch die Maske verstehe ich Sie so schlecht, was kostet das Brot?“, fragt eine Kundin. Seit Sonntag, 18. Oktober, herrscht auf allen Wochen-, Trödel- und Flohmärkten in Baden-Baden die Maskenpflicht. Manche Besucher des Wochenmarktes auf dem Augustaplatz müssen sich am Montagmorgen erst an die neue Regelung gewöhnen. Eine junge Frau aus Baden-Baden sagt, in den vergangenen Wochen habe sie auf dem Markt noch keinen Schutz getragen. Jetzt, da es Pflicht ist, trägt sie eine Maske: „Außer, dass ich jetzt schreien muss, um verstanden zu werden, ändert sich für mich nichts.“ Schreien müsse sie in anderen Läden ja auch bereits, deswegen sei die neue Regelung für sie kein Problem.

Vereinzelt sind Kunden ohne Maske unterwegs

Eingekauft hat sie am Stand der Pfälzer-Brotbude. Verkäufer Dietrich Schacht steht sonst auf dem Markt in Karlsruhe und meint: „Ich bin überrascht, wie gut die Maskenpflicht in Baden-Baden angenommen wird.“ In seinem Wagen hängt extra ein Schild, das auf die Abstands- und Hygieneregeln hinweist, die Maskenpflicht ist dort noch nicht vermerkt. „Ich denke, das sollte durch die Medien bekannt sein“, sagt er, unterbricht sich aber: „Dahinten läuft zum Beispiel jemand ohne Maske.“

Zwar hält sich ein Großteil der Marktbesucher an die neuen Regeln, es sind aber immer wieder Menschen ohne Maske zu erkennen. Besonders Passanten, die quer über den Augustaplatz laufen, um ihr Ziel zu erreichen, machen sich nicht die Mühe, eine Maske aufzusetzen, oder wissen es nicht besser. So geht es auch Frank Wiegant, er hat sein Brot ohne Maske bestellt. Angesprochen auf seinen Fehler betont er: „Diese Regel habe ich noch nicht mitbekommen, die Ansagen widersprechen sich ja auch immer wieder.“ Damit meint er, dass es zunächst Entwarnung gab, nun aber doch wieder zu strengeren Maßnahmen gegriffen wird. Er zeigt sich sofort einsichtig und zieht eine Maske auf: „Wenn es wirklich hilft, warum nicht.“

Besucher, die noch nicht von den Landesregelungen gehört haben, werden auf dem Wochenmarkt auch nicht an diese erinnert. Auf dem Augustaplatz sind keine Informationsschilder aufgestellt und auch Kontrollen gibt es nicht. Die Stadt plant allerdings zeitnah Kontrollen vorzunehmen und Schilder für den Markt anzuschaffen und aufzustellen, heißt es auf Nachfrage der BNN von der Pressestelle der Stadt.

Sollte die Stadt zu weiteren Reglementierungen greifen, überlegen die Standbetreiber vom Stich-Imbiss bereits, ob sie ihren Wagen dichtmachen. Neben ihrem Stand dürfen sie noch Stehtische aufstellen, an denen die Kunden die Maske zum Essen abnehmen dürfen. „Solange wir das noch dürfen, ist es okay. Als das im Frühjahr verboten war, haben wir sechs Wochen dichtgemacht“, sagt der Verkäufer. Grundsätzlich sei der Markt aber bereits in dieser Woche wesentlich schlechter besucht als in den vergangenen, hat der Verkäufer beobachtet.

Weniger Besucher auf dem Markt

Das hat auch Elisabeth Krimmel beobachtet, sie betreibt einen Stand mit Schnittblumen: „Es sind viel weniger Menschen unterwegs als sonst.“ Wenn ihre Kunden den Abstand nicht einhalten, sagt sie etwas dazu, betont die Verkäuferin. Viele Kunden würden sich aber auch gegenseitig an die Abstandsregeln erinnern. Rifat Fidancan, der Betreiber des Blumenhandels Florex, hat an seinem Stand seit mehreren Wochen einen Spuckschutz aus Folie angebracht. Dahinter setzen seine Mitarbeiter die Maske auch mal ab, im Kundengespräch tragen sie die Maske aber immer.

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