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Auf dem Europaplatz in Bühl

Bei Kundgebung des Vereins „Querdenken“ in Bühl sprechen auch Mitglieder der Partei „Die Basis“

Unverständnis gegen die Corona-Politik wurde bei einer Kundgebung des Vereins „Querdenken 722/Bühl/Baden“ laut. Die Veranstaltung lief aber friedlich ab.

Rund 100 Personen waren dabei: Zu den Kundgebungsrednern zählte Johannes Dengler (rechts) vom Verein Querdenken Bühl/Baden. Foto: Katrin König-Derki

Friedliche Stimmung am Samstag bei der „Kundgebung für Freiheit, Frieden und Wahrheit“ des Vereins „Querdenken 722 Bühl/Baden“: Die Atmosphäre auf dem Europaplatz bei Liedern im Stil von „Comandante Che Guevara“, Sonne und Kuchen hatte etwas Pazifistisches; dies galt auch für das Gros der Wortbeiträge.

Ebenso deutlich wurde freilich das Unverständnis gegenüber der Corona-Politik und dem neuen Gesetz „zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“.

Vom aggressiven Umgang mit den Teilnehmern der Demonstration in Berlin am 18. November berichtete etwa Johannes Dengler. Er sprach von dem Tag, „als uns unsere bürgerlichen Rechte geraubt wurden“. Die Demo habe lockeren Volksfestcharakter gehabt; dass die Polizei dennoch mit Wasserwerfern und Pfefferspray gegen die Menge vorgegangen sei, sei „eine Schande“.

Lieder von Singer-Songwriter Cleiß haben klare Botschaften

Weitere Besucher der Bühler Kundgebung bestätigten dieses Szenario. Mit dem Gesetz, so Dengler, habe das Bundestagsparlament die parlamentarische Demokratie in eine Gewaltherrschaft überführt. Corona leugne er nicht, betonte er, doch die Zahlen der Erkrankten und Verstorbenen rechtfertigten aktuelle Maßnahmen „in keinster Weise“.

Die Lieder von Singer-Songwriter Christian Cleiß, Mitglied der Basisdemokratischen Partei, beinhalteten klare Botschaften: „Jetzt ist Zeit, um aufzustehen. Deutschland, lass die Masken fallen, zeig uns dein Gesicht/Blinden Gehorsam gibt es nicht“, so ein Refrain.

Wortmeldungen, in denen die öffentlich-rechtliche Presse als Lügenpresse beschimpft wurde, die eins sei mit der „entfesselten Politik“, setzte er indes einen anderen Ansatz entgegen: „Die entscheidende Dimension dieser Revolution ist eine spirituelle. Schuldzuweisungen führen uns nicht weiter.“

Richtungsgebend müssten vielmehr Frieden und Achtsamkeit im Umgang miteinander sein. Andreas Baum, Landesvorsitzender der „Basis“, äußerte sich ähnlich moderat, was Vorwürfe gegenüber „der anderen Seite“ betraf. Hier wie dort werde viel Blödsinn verbreitet, sagte er, und rief dazu auf, „zu recherchieren und nachzudenken“. Anlass dazu gab der Ingenieur genug.

So liege die Zahl der 2020 im Land gestorbenen Menschen trotz Corona eher unter dem Durchschnitt der Vorjahre, sagte er. Dennoch drangsaliere man schon die Kleinsten mit Masken, schließe Schulen, Unis, Gaststätten, Kulturbetriebe.

Kritik an der Darstellung der Notlage bei Intensivbetten

„Wir haben 35.000 Intensivbetten, von denen rund 8.000 frei sind. Angeblich sind wir aber überfordert, wenn 1.000 mit Covid19-Patienten belegt sind.“ Er verurteilte Denunziantentum und Pläne, Quarantäne-Verweigerer in Kliniken zwangseinzuweisen.

Zudem zitierte er den Pathologen Roger Hodkinson, der die Coronavirus-Krise als größten Schwindel bezeichnet habe, der je „an einer ahnungslosen Öffentlichkeit verübt wurde“. Diesem zufolge gebe es eine völlig unbegründete Hysterie, die von Medien und Politikern angetrieben werde.

„Positive Testergebnisse bedeuten laut Hodkinson keine klinische Infektion und sind nicht aussagekräftig.“ Covid19, befand Baum, sei aufgebauscht worden als Ablenkungsmanöver, etwa für die Aufweichung der Grundrechte, Lobbyismus und Machtmissbrauch. Er hoffe aber, dass dies einen Politikwandel auslöse, hin zu mehr Freiheit, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, direkter Demokratie und Nachhaltigkeit. Die Basis, schloss er, sei „eine Alternative zur Alternative“; sie wolle der Spaltung der Gesellschaft begegnen.

Letzter offizieller Redner war Basis-Bundesschatzmeister Ralf Baßler, der über „Deutschland, das Land der Dichter und Denker und eine verlorene Kultur“ referierte.

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