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Zum EM-Aus erklingt Heino

Beim Public Viewing in Bühl und Achern will keine Stimmung aufkommen

Richtige Stimmung wollte beim Biergarten-Fernsehen auf dem Bühler Johannesplatz nicht aufkommen. Beim EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft fieberten die Fans nicht richtig mit. Auch in Achern hielt sich die Fußball-Begeisterung in Grenzen.

Lange Gesichter: Bei den Fußballfans auf dem Bühler Johannesplatz kam am Dienstagabend keine echte Stimmung auf. Die deutsche Nationalelf schied gegen England aus. Foto: Bernhard Margull

Irgendwie ist es ein Déjà-vu. Richtige Stimmung ist beim EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft in Wembley bei der 0:2-Niederlage gegen England am Dienstagabend auf dem Bühler Johannesplatz nicht aufgekommen.

Das erinnert an das Vorrundenaus bei der WM in Russland vor drei Jahren beim Spiel gegen Südkorea. Wie damals lässt ein Wirt nach dem Abpfiff über seine großen Lautsprecher Heinos „Nun ade, Du mein lieb Heimatland“ erklingen. Die frustrierten Fans machen sich schnell auf den Heimweg.

Wirte rollen Bildschirme ins Freie

Doch der Reihe nach: Nach dem großen Regen in der Mittagszeit sieht es zunächst für das obligatorische Biergartenfernsehen in Bühl gar nicht gut aus. Am späten Nachmittag bessert sich das Wetter und die Wirte rollen ihre großen Bildschirme ins Freie. Trotz unsicherer Wetterlage füllen sich ab 17 Uhr die Stühle der Bistros und Eisdielen, während „Schweini“ in der Vorschau der ARD noch Optimismus verbreitet. Immerhin wird es trotz der bedrohlichen Wolken am Himmel überraschend voll, auch wenn längst nicht alle Stühle besetzt sind.

Trikots und sonstige Fanartikel sieht man im Publikum aber nur selten. Das mag am fast herbstlichen Wetter liegen, das eher Pullover und Anoraks nötig macht. Vorsichtshalber drängen sich die Gäste unter die großen Sonnenschirme, auch wenn Raffaele Sassano, der Wirt des „Italia“, verkündet: „Es gibt heute keinen Regen mehr.“ Er soll Recht behalten, irgendwann kommt sogar ein wenig die Sonne durch. Das ist aber auch der einzige Lichtblick.

Fans von Beginn an verhalten

Obwohl die deutsche Nationalmannschaft gut beginnt, bleibt das Publikum verhalten. Nur ganz selten kommt Stimmung auf, beispielsweise als Timo Werner in der 32. Minute nur knapp das Tor verpasst. Auch in der Pause scheint das Spiel nicht das Thema der Zuschauer zu sein.

Dafür haben die Kellner jede Menge mit Bestellungen zu tun. Die Begeisterung wächst nach dem Wiederanpfiff. Das Publikum geht nun mehr mit, bis zu den Toren von Raheem Sterling (75.) und Harry Kane (86.). „Ich geh nach Hause“, kommentiert ein Bühler den zweiten Treffer, der endgültig das Aus bedeutet.

Das war es für Deutschland: Die Fans im „P 3“ in Achern konnten es nicht fassen, dass Thomas Müller eine solche Großchance versemmelte. Foto: Roland Spether

Seit Beginn der Europameisterschaft hat sich die Euphorie auch in Achern in Grenzen gehalten. Die Fans trauen dem Team um dem scheidenden Bundestrainer Joachim Löw wenig zu.

Dennoch ist die Stimmung unter den Fans im „P 3“ in Achern ziemlich gedrückt, wiewohl hier im Innen- und Außenbereich unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln alles getan wird, dass perfektes Fernsehschauen möglich ist. Dies nutzen auch zahlreiche Gäste und fiebern dem Spiel entgegen, bei dem die Deutschen hoffen, dass die Engländer wie schon so oft das große Zittern bekommen.

„Wir gewinnen 2:1“, ruft es aus einer Gruppe junger Männer im Deutschlandtrikot, doch je länger das Spiel dauert, desto mehr verfliegt die Hoffnung auf ein Wunder. Der Fußballgott ist diesmal nicht auf der Seite der Löw-Kicker, im Wembley-Stadion hallt es „Goodbye Germany“ und nun hoffen alle, dass mit „Meistermacher“ Hansi Flick wieder bessere Zeiten kommen, bei der Weltmeisterschaft 2022 ein starkes Team aufläuft und im Acherner Stadtgarten „Rudelgucken“ mit Tausenden von Fans möglich wird.

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