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Gaggenauer Betriebsratschef

Persönlicher Brief an Mitarbeiter der Daimler-Truck-Standorte: 40 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet

Nach dem guten Unternehmensergebnis endet die Arbeitszeitverkürzung bei Daimler vorzeitig zum 31. März. Für die Standorte in Gaggenau und Wörth gibt es ebenfalls Neuigkeiten.

Blick auf das Mercedes-Benz Werk in Stuttgart-Untertürkheim. Foto: Marijan Murat/picture alliance/dpa

Der Gesamtbetriebsrat von Daimler hat am Freitag bekanntgegeben, dass die im Zuge der Corona-Krise im vergangenen Jahr vereinbarte Arbeitszeitverkürzung vorzeitig endet – und zwar ein halbes Jahr früher als geplant, am 31. März . Das bedeutet, dass in den Verwaltungs- und indirekten Bereichen ab 1. April wieder die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten mit dem entsprechenden Gehalt gelten.

Ursprünglich sollte diese Maßnahme zur Kosteneinsparung, die zwei Stunden weniger ohne Lohnausgleich vorsieht, bis zum 30. September laufen. Der Produktionsbereich war nicht betroffen. Zudem wird an alle Beschäftigten eine einmalige Erfolgsbeteiligung in Höhe von 500 Euro mit dem Lohn für April ausbezahlt.

Unter Verweis auf das besser als erwartet ausgefallene Unternehmensergebnis von Daimler für 2020 hatte sich der Betriebsrat im Konzern nach eigener Aussage dafür stark gemacht, dass die getroffenen Maßnahmen so bald als möglich zurückgefahren würden. Bereits im Dezember war ein „Corona-Bonus“ von 1.000 Euro an alle festen Beschäftigten ausbezahlt worden.

Betriebsratschef von Gaggenau warnt vor Stellenkürzungen

Zudem wendet sich Michael Brecht, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und Betriebsratschef in Gaggenau, in einem persönlichen mehrseitigen Brief an alle Daimler-Mitarbeiter an den vier Truck-Standorten Gaggenau, Wörth, Mannheim und Kassel. Brecht versteht das Schreiben als „Beginn einer umfangreichen Informationskampagne“, um Sorgen in der Belegschaft wegen der Abspaltung der Daimler Truck AG zu begegnen.

Der Betriebsrat nennt auch eine konkrete Zahl, was den möglichen Wegfall an Arbeitsplätzen angeht. In dem Brief heißt es: „Im Zuge der Transformation sind insbesondere an den Aggregate-Standorten rund 40 Prozent der Arbeitsplätze in den kommenden Jahren gefährdet, wenn es uns an den Standorten nicht gelingt, die neuen Technologien (Batterie, Brennstoffzelle, e-Achssysteme, e-Motor…) mit entsprechenden Fertigungstiefen abzubilden.“ Bei der Bilanzpressekonferenz tags zuvor hatte Vorstandschef Martin Daum gesagt, dass er davon ausgehe, im Jahr 2033 etwa 50 Prozent weniger Belegschaft zu haben.

In seinem Brief nennt Brecht Argumente für ein eigenständiges Truck-Unternehmen, die Entscheidung hierfür sei „von epochaler Tragweite“. Flexibler auf die Anforderungen reagieren zu können, sei einer der Vorteile. Der geplante Schritt erfolge nicht aus der Not heraus, sondern aus einer Position der Stärke. Brecht sicherte zu, sich im Zuge der Transformation persönlich für alle Standorte einzusetzen.

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