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Bauarbeiten mussten wegen zu vieler Touristen ruhen

Absperrungen ignoriert: Bürgermeisterin von Au am Rhein plant Kontrollen für Wanderer

Schilderungen von Augenzeugen zufolge muss es wie eine Völkerwanderung ausgesehen haben, als Au am Rhein zum überlaufenen Touristenort wurde. Jetzt führt die Bürgermeisterin Kontrollen ein und fordert Wanderer zu achtsamem Umgang mit dem Naturschutzgebiet auf.

Eine Baustelle ist kein Wandergebiet: mit schweren Fahrzeugen werden rund um den eigentlich gesperrten Damm Erdmassen bewegt. Foto: Helmut Heck

Bei den Vereinsheimen am Blaisen sah es am vergangenen Wochenende aus, als wäre irgendwo ein Fest oder eine Versammlung. Autos in großer Zahl parkten an den Straßenränder. Aber außer ein paar Jugendlichen auf dem Skaterplatz war aber weit und breit kaum ein Mensch zu sehen. Die Leute aus den Autos kamen von auswärts und hatten sich in Richtung Westen aufgemacht, überquerten den Hochwasserdamm und streiften durch den Auewald.

Man habe eine Ahnung davon bekommen, wie es sein muss in einem überlaufenen Touristenort zu leben. Der ungewohnte Besucherzustrom wurde zum Dorfgespräch. „Wir freuen uns ja über das Interesse an der Schönheit unserer Natur“, ist die Bürgermeisterin Bürgermeisterin Veronika Laukart durchaus angetan.

Wenn sich aber 200 Leute auf einen Schlag in die Idylle begeben, seien es einfach zu viele auf einmal. Problem war, dass die akkurat beschrieben Wegstrecke den Hochwasserdamm beinhaltete, der allerdings seit letztem Jahr wegen umfangreicher Bauarbeiten gesperrt ist, die in verschiedenen Abschnitten bis 2024 dauern werden.

Sicherheitsrisiko für die Baufirma

Von Bauzäunen und Absperrungen ließen sich die Wanderer nicht abhalten, räumten offenbar Barrieren beiseite um wie beschrieben in den Wald zu gelangen. Wie von der Gemeinde mitgeteilt wurde, setzte sich der Exkursionsbetrieb in der neuen Woche fort, was dazu geführt habe, dass Bauarbeiten vorübergehend hätten eingestellt werden müssen.

Für die Baufirma sei ein Sicherheitsrisiko entstanden. Momentan zum Beispiel werden mit schweren Fahrzeug große Erdmassen bewegt. Zur Wahrheit gehört freilich, dass auch Einheimische scheinbar unbekümmert durch die weitläufige Baustellen spazieren, joggen oder Hunde ausführen, wie fast täglich zu beobachten ist.

Bürgermeisterin Laukart sah sich jedenfalls veranlasst, dieses und die kommenden Wochenende den Gemeindevollzugsdienst die Lage kontrollieren zu lassen. Besucher sind aufgerufen, Sperrungen zu beachten und die Landschaft schonend zu behandeln, erst recht weil die Wanderroute durch Naturschutzgebiete führt.

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