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Ohne Zuschauer

Profi-Boxer steigen in Ötigheim trotz Corona in den Ring

In einem Autohaus in Ötigheim fliegen am Samstag die Fäuste: Dort findet eine Boxveranstaltung unter Corona-Bedingungen statt. Ein Durmersheimer will sich dort für die WM qualifizieren.

Prominenter Sparringspartner: Kamer Maloku (rechts) hat einen Teil der Vorbereitung auf seinen nächsten Kampf auch mit Vincent Feigenbutz bestritten. Foto: Kamer Maloku

Der Sport liegt weithin brach in der Corona-Pandemie – zumindest im Amateurbereich. Bei den Profis gelten andere Regeln. Deshalb gibt es an diesem Samstag, 24. April, in Ötigheim eine Premiere besonderer Art:

Im Fahrzeuglager von Di Miceli Mobility beginnt ab 17 Uhr eine Boxveranstaltung mit sieben Kämpfen, die durchweg von Profis bestritten werden.

Im Mittelpunkt steht dabei der Kampf des Durmersheimers Kamer Maloku, der im Supermittelgewicht gegen den Schweden Michael Obin antreten wird.

Bei einem Sieg winkt Maloku am 7. August in seinem Heimatland Kosovo ein Fight um den Weltmeistertitel nach Version des Verbandes Universal Boxing Organization (UBO).

Boxkampf in Ötigheim wird im Internet übertragen

„Das ist mein großes Ziel“, sagt Maloku. Zuvor aber gilt es noch, die Aufgabe in Ötigheim zu lösen. Wegen Corona gelten dabei klare Regeln: Zuschauer sind nicht zugelassen. Die Veranstaltung wird per Pay-Per-View live im Internet übertragen.

48 Stunden zuvor müssen sämtliche Boxer und Offizielle einen PCR-Test absolvieren und die Athleten vor dem Wiegen jeweils nochmals einen Schnelltest erfolgreich hinter sich bringen, um sich tatsächlich in den Ring begeben zu können.

Wir haben die Rechtslage prüfen lassen und laut Corona-Verordnung ist die Veranstaltung, so wie sie geplant ist, zulässig.
Frank Kiefer, Bürgermeister

Für Betreuer, Kameraleute und sonstiges Personal, das sich in der Halle aufhält, gelten Maskenpflicht und Einhaltung der Abstandsregeln.

Im Januar hatte Maloku bereits unter ähnlichen Bedingungen einen Kampf in Belgien bestritten und gegen den Ungarn Istvan Kiss nach zwei Runden gewonnen: „Das ganze Hygienekonzept hat dort hervorragend funktioniert“, erklärt Maloku.

Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer sagt: „Wir haben die Rechtslage prüfen lassen und laut Corona-Verordnung ist die Veranstaltung, so wie sie geplant ist, zulässig.“

Auch Landratsamt und Polizei seien informiert worden. „Unserer Fürsorgepflicht sind wir nachgekommen“, unterstreicht Kiefer. Der frisch in seinem Amt bestätigte Rathauschef betont, wie wichtig es sei, dass solche Veranstaltungen in der heutigen Zeit mit größtmöglicher Transparenz realisiert werden.

Benjamin Wedewart, Pressesprecher des Landratsamtes Rastatt, hatte im Vorfeld seinerseits bei der Genehmigung auf die Zuständigkeit der Gemeinde verwiesen, zugleich aber auch die Bereitschaft bekundet, dass „wir gerne beratend zur Seite stehen“.

Profis aus dem Ausland kommen trotz Corona nach Ötigheim

Kamer Maloku weiß, wie schwierig es in diesen Zeiten überhaupt ist, Profis auch aus dem Ausland zu solch einem Boxevent zusammen zu bekommen.

Deshalb zeigt er auch viel Respekt vor dem Engagement von Patrizio Di Miceli, der möglicherweise künftig öfter als Mitveranstalter von Box Events in Erscheinung treten will und Maloku als Sponsor unterstützt. „Wir wollen ihn unter die Top 100 auf der Weltrangliste bringen“, sagt Di Miceli.

Und: „Wir hatten die Veranstaltung im Januar geplant und eigentlich noch damit gerechnet, dass Zuschauer dabei sein können“. Auch wenn dies nun nicht möglich ist, wollte man den geplanten Termin einhalten, versichert er.

Hauptorganisator Simon Müller vom Baden-Badener Stahlwerk verweist darauf, dass die Kämpfer gleich nach ihrem Fight die Halle wieder verlassen und ins Hotel oder nach Hause fahren müssen, so dass sich niemand allzu lange im Autohaus aufhalten soll. Maximal etwa 30 Personen werden gleichzeitig vor Ort sein, kündigt Müller an.

Durmersheimer Maloku boxte mit Vincent Feigenbutz

Auf die Auseinandersetzung mit Obin hat sich Maloku erneut akribisch vorbereitet, nicht zuletzt auch dank des Engagements von Simon Müller. Im Karlsruher Bullldog Gym ließ Maloku die Fäuste fliegen, genauso wie in Eggenstein.

Dort fand er auch einen ganz besonderen Sparringspartner: „Ich stand zusammen mit Vincent Feigenbutz acht Runden lang im Ring“, sagt der Durmersheimer.

Und welche Eindrücke hat er dabei gesammelt? „Es lief gut, ich konnte öfter das Tempo variieren, was mit anderen Sparringspartnern oft nicht möglich ist.“

Ich habe das Ziel, schnell wieder aus dem Ring heraus zu kommen.
Kamer Maloku, Profiboxer

Über acht Runden ist auch der Kampf gegen Obin angesetzt, der auf eine Erfahrung von immerhin 150 Amateurkämpfen zurückblicken kann.

Klar, eigentlich strebt Maloku danach, mit einer frühzeitigen Entscheidung schnell wieder aus dem Ring heraus zu kommen. „Das Ziel habe ich immer“, versichert er.

Dennoch hätte er keineswegs etwas dagegen, wenn es länger dauert. „Ich muss mich ja auf die zwölf Runden vorbereiten, die bei einem möglichen Weltmeisterschaftkampf im Kosovo angesetzt wären“. So lange stand er noch nie im Ring.

Informationen, wie die Veranstaltung zu sehen ist, gibt es auf der Facebookseite des Kampfsportzentrums Stahlwerk Baden-Baden.

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