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Neuauflage erst 2022

Rastatt sagt Straßentheaterfestival ab: Auch in diesem Jahr gibt es kein tête-à-tête

Die in diesem Jahr geplante Sonderausgabe des Straßentheaterfestivals tête-à-tête fällt aus. Wegen der hohen Inzidenzzahlen hat sich die Stadt Rastatt zur Absage des Anfang Juni geplanten Festivals entschlossen. Für den Herbst gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Urwüchsige Kreaturen: Erst im kommenden Jahr dürfen sich die Rastatter wieder an den originellen Darbietungen der Straßenkünstler beim tête-à-tête erfreuen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Die traurige Nachricht übermittelte Bürgermeister Arne Pfirrmann ganz am Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung: „Wir haben uns entschlossen, das tête-à-tête-Special, das Anfang Juni vorgesehen war, abzusagen.“

Die reguläre Ausgabe der kulturellen Großveranstaltung war wegen der Pandemie bereits 2020 ausgefallen. Daraufhin hatte der Gemeinderat zunächst grünes Licht für eine abgespeckte Form des Festivals 2021 gegeben. „Die künstlerische Leitung hat schon an einem Konzept gefeilt und bei niedrigeren Inzidenzzahlen wäre es auch möglich gewesen“, meinte Pfirrmann. Die Entscheidung zeige, wie wichtig es ist, dass jeder die Situation ernst nimmt und selbst dafür sorgt, die Zahlen herunterzubringen, betonte der Bürgermeister.

Wir waren im Hintergrund schon sehr aktiv.
Kathrin Bahr , Künstlerische Leiterin

Kathrin Bahr, die gemeinsam mit Julia von Wild die künstlerische Leitung innehat, sieht die Absage auch in Zusammenhang mit der bislang fehlenden Perspektive über die Zulassung größerer Kulturveranstaltungen: „Wir waren im Hintergrund schon sehr aktiv und haben Pläne gemacht wie es aussehen könnte mit Zuschauerbegrenzungen und Ticketing, der Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln“.

Es sei vernünftig gewesen, die Entscheidung zur Absage schon jetzt zu treffen, um mögliche Kosten für Hotelstornierungen zu vermeiden.

Einzelne Shows im Herbst?

Gleichwohl spielt Bahr schon mit dem Gedanken, möglicherweise im September an einem Wochenende einzelne Shows als „kleines Trostpflaster“ anzubieten – möglicherweise im Schlosshof oder im Schlossgarten. „Das müssen wir noch mit der Stadt klären“, sagt Bahr.

Ihren Optimismus verliert sie jedenfalls nicht: „Frohen Mutes blicken wir auf 2022“, erklärt sie voller Zuversicht, dass das tête-à-tête dann wieder in seiner gewohnten Form über die Bühne gehen kann. In der Hoffnung auf ein dann wieder unbeschwertes Festival versichern Kathrin Bahr und Julia von Wild: „Wir haben viel nachzuholen.“

Planungen für 2022 beginnen nach Ostern

Anschließend soll es nach dem jetzigen Stand der Planungen im Zwei-Jahres-Rhythmus weiter gehen. Bahr unterstreicht indessen, dass die Planungen für 2022 schon bald nach Ostern im April und Mai beginnen müssen. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, weiß sie im Blick auf die Verpflichtung der Straßenkünstler und die Erkenntnis, dass „die Sahnestückchen“ schnell weg sein könnten, wenn wieder mehr Engagements möglich sind.

Kultur ist für unser Wohlbefinden unersetzlich.
Hans Jürgen Pütsch, Oberbürgermeister

Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch bedauert die Absage der tête-à-tête-Sonderausgabe ebenfalls sehr: „Kultur ist für unser Zusammenleben und unser Wohlbefinden unersetzlich. Das merken wir besonders in diesen langen Monaten der Pandemie.“ Organisationsleiterin Christina Hernold beklagt ihrerseits die fehlenden Perspektiven für den Kulturbereich, betont aber auch, dass „uns von vorneherein klar war, dass es in diesem Jahr kein zwangloses Flanieren tausender von Festivalbesuchern und Menschentrauben an den Spielorten geben kann.“

Sybille Kirchner, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins tête-à-tête, drückt die Gefühlslage des Vereins in zwei Worten aus: „Wir trauern.“ Möglicherweise könne in der Vorstandschaft darüber nachgedacht werden, erneut ein Aktionsstand auf dem Marktplatz zu errichten.

Im Juni vergangenen Jahres war ein solcher Stand aufgebaut worden, an dem auf Videos Szenen des Straßentheaterfestivals aus früherer Zeit gezeigt wurden. Außerdem waren verschiedene Helfer im Einsatz, um für so genannte Trost-Buttons zu werben und damit einen kleinen Beitrag zur Finanzierung einer weiteren Auflage des Festivals zu leisten. Kerstin Nippraschk, die Vorsitzende des Fördervereins hatte damals keinen Zweifel gelassen, dass der Ausfall von tête-à-tête „für das Kulturleben in Rastatt ein ganz beträchtlicher Verlust ist“.

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