Marco Terrazzino spielte bis 2012 für den KSC. Nun soll er Dynamo Dresden vor dem Abstieg bewahren. | Foto: imago-images

2. Bundesliga

KSC-Gegner-Check: Das Wichtigste zu Dynamo Dresden

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Der achtmalige DDR-Meister Dynamo Dresden steht in der 2. Bundesliga mit dem Rücken zur Wand. Das Team muss konstant Siege einfahren, sonst ist der Abstieg der Sachsen in die 3. Liga unvermeidlich. Helfen sollen dabei zahlreiche neue Spieler und zwei alte Bekannte aus Karlsruhe, Trainer Markus Kauczinski und Angreifer Marco Terrazzino. Zum Auftakt der Mission Nichtabstieg treffen beide ausgerechnet auf den Karlsruher SC. Das Wichtigste zum kommenden KSC-Gegner.

Sieben Punkte! 4.000 Fans! Zwei Millionen Euro Transfereinnahmen! Das sind die Zahlen des achtmaligen DDR-Meisters vor dem Pflichspielstart ins Jahr 2020. Sieben Zähler trennen die Sachsen vom rettenden Ufer. 4.000 Fans heizten dem Team von Ex-KSC-Coach Markus Kauczinski im Abschlusstraining mächtig ein. Und trotz fünf Neuverpflichtungen gingen die Sachsen mit einem Plus von zwei Millionen aus dem aktuellen Transferfenster.

Das ist die Situation bei Dynamo Dresden

Das Hinspiel am 2. Spieltag entschied der KSC noch furios mit 4:2 für sich.  Dresden hat sich in der Hinrunde generell alles andere als mit Ruhm bekleckert. Drei Siege stehen auf der Habenseite. Dazu vier Unentschieden. Elf mal gingen die Sachsen als Verlierer vom Feld. In Dresden brannte der viel zitierte Baum viel zu oft in den ersten 18 Partien.

Trotzdem stehen die Dynamo-Fans weiter konstant hinter ihrem Team. Kapitän Florian Ballas erklärte bei der Pressekonferenz am Montag, dass es im spanischen Trainingslager eine Aussprache mit den Fans gegeben habe. Beim Abschlusstraining strömten dann 4.000 Anhänger ins Rudolf-Harbig-Stadion und feierten lautstark die Mannschaft. Volle Unterstützung für den Klassenerhalt.

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Ob das die Dynamo-Spieler sportlich beflügeln wird, wird sich zeigen. Bereits am Mittwoch gegen den Karlsruher SC geht es zu Hause für die Sachsen um alles. Verlieren die Dresdner, wird der Weg aus dem Tabellenkeller extrem schwer. Sieben Punkte Abstand auf Platz 15, dort steht der KSC, sind sowieso bereits ein gewaltiges Päckchen.

Faktor Trainer: Markus Kauzcinski will Dresden retten

Dreieinhalb Jahre ist es her, als Kauczinski den KSC im Sommer verließ. Der Gelsenkirchener war 15 Jahre im Wildpark aktiv. Mal als Jugendtrainer, mal als Interimstrainer und vor allem viereinhalb Jahre als Chefcoach. Kaum ein Trainer war in der jüngeren KSC-Vergangenheit so lange im Amt. „Kaucze“ hatte im Wildpark Kultstatus. Knapp 160 Spiele stand er an der Seitenlinie. Nach zwei Engagements in Ingolstadt und auf St. Pauli war der 49-Jährige zuletzt ein knappes halbes Jahr ohne Job. Im Dezember heuerte er bei den Sachsen an.

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„Ich glaube, dass wir konkurrenzfähig sind und dass wir Ergebnisse liefern können“, geht Kauczinski positiv in die verbleibenden 16 Partien. Beobachter attestieren ihm seine gewohnt-ruhige Art, die im Trainingslager auch seiner Mannschaft geholfen haben soll, den Glauben an den Nichtabstieg zu finden. Kauczinski attestiert seiner Mannschaft zudem, physisch stärker geworden zu sein.

So lief die Vorbereitung von Dynamo Dresden

Der Faktor Kauczinski hat bisher gezündet. Dresdner Medien berichten von der wiedererlangten Körpersprache im Trainingsbetrieb. Dynamo hat sich unweit des KSC-Winterlagers auf die Rückrunde vorbereitet. Auch Karlsruhes Trainer Alois Schwartz beobachtete den 1:0-Erfolg der Sachsen gegen Dinamo Bukarest interessiert. In insgesamt drei Spielen im spanischen Mijas fingen sich die Sachsen kein Gegentor und gewannen alle Partien. Lediglich der letzte Test gegen den VfB Stuttgart ging mit 1:3 verloren.

Dresden agierte dennoch wieder mit Zug im eigenen Spiel, wirkte nach einstimmigen Berichten deutlich entschlossener. Dennoch bewertete Kauczinski die Ereignisse routiniert im Interview mit dem Internet-Portal Tag24: „Man kann die Stärke der Gegner schwer einschätzen. [….] Letztendlich ist es mir wichtig, wie wir auftreten, kämpferischer sind, zusammen von der Struktur her besser verteidigen und angreifen.“

Das ist der Königstransfer von Dynamo Dresden

In Sachen Struktur und Verteidigen fällt in Dresden besonders ein Name: Josef Husbauer. Der 29-jährige Tscheche kommt per Leihe von Slavia Prag. Und hat bereits fünf Champions-League-Partien in dieser Saison absolviert – gegen den FC Barcelona, Inter Mailand und Borussia Dortmund.

Was will ein zweifacher tschechischer Meister beim Abstiegskandidaten der 2. Bundesliga? Husbauer, auch Ex-Nationalspieler, erklärte in Interviews, dass die Situation in Prag schwierig wurde, da Trainer Jindrich Trpisovsky verstärkt auf die Jugend setzen wolle. Husbauer soll das Dynamo-Spiel aus dem Mittelfeld heraus lenken. Kauczinski sprach ihm bereits eine Stammplatz-Garantie aus. Ärgerlich für Dresden: Der Königstransfer fällt gegen den KSC mit einem grippalen Infekt aus.

Diese Neuverpflichtungen sollen Dynamo im Abstiegskampf helfen

Ein möglicher Ersatz-Kandidat ist ebenfalls Tscheche: Ondřej Petrák kam erst vor wenigen Tagen vom Liga-Konkurrenten aus Nürnberg. Auch Petrák ist ausgeliehen, wie insgesamt alle fünf Neuzugänge. Sportchef Ralf Minge beschrieb den 27-Jährigen als Spieler mit „energischem Zweikampfverhalten und einer Menge spieltaktischer Intelligenz.“ Kauczinski erklärte, dass ein Startelf-Einsatz womöglich zu früh komme.

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Daneben haben die Sachsen mit dem Abgang von Moussa Koné auch für eine Überraschung gesorgt. Der Senegalse war mit bisher sechs Treffern Dresdens Toptorschütze. Für zwei Millionen Euro schnappte sich der französische Erstligiste Olympique Nîmes den 26-Jährigen. Im Angriff könnte Koné von Patrick Schmidt ersetzt werden. Der Ex-Heidenheimer wurde ebenfalls ausgeliehen, gilt als Stürmer, der körperbetont spielt und gerne in die Tiefe geht. Getroffen hat Schmidt in dieser Saison allerdings noch nicht.

Auch beim Ex-Club Heidenheim hat Schmidt in 25 Spielen nur einmal genetzt. Mit dem ghanaischen Stürmer Godsway Donyoh gewinnt das Angriffsspiel der Dresdner zudem noch mehr an Flexibilität. Donyoh kommt vom FC Nordsjaelland aus Dänemark und kann auch auf den Flügeln eingesetzt werden.

Dieser Spieler hat eine Karlsruher Vergangenheit

Für Aufsehen aus Karlsruher Sicht sorgte Anfang Januar die Verpflichtung von Marco Terrazzino. Der gebürtige Mannheimer wurde per Leihe aus Freiburg verpflichtet. Im BNN-Gespräch ließ der variable Offensiv-Spieler durchblicken, dass er mit dem KSC seit seinem Weggang 2012 nicht mehr viel verbindet. Er kenne von den Karlsruher Profis lediglich noch Jerôme Gondorf. Und den wiederum aus seiner Zeit beim SC Freiburg. 

Dafür habe die Verpflichtung Kauczinskis eine große Rolle bei der Entscheidung für Dresden gespielt. „Wie er eine Mannschaft führen kann, hat mir schon damals beim KSC an ihm imponiert“, erklärte der 28-Jährige, der bereits in der Abstiegssaison 2011/2012 unter seinem Neu-Trainer im Wildparkstadion auflief. Terrazzino, der zentral oder auf dem Flügel eingesetzt werden kann, kann im Spiel gegen den KSC zum Faktor werden.