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Glühwein im Risikogebiet?

Corona-Zahlen in Pforzheim und Enzkreis steigen rapide: Sorge um Weihnachtsmarkt

Es geht weiter nach oben: Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Pforzheim und dem Enzkreis steigt rapide. Am Freitag wollen die Behörden über weitere Beschränkungen informieren. Politiker warnen indes vor einer zu frühen Absage des Pforzheimer Weihnachtsmarkts.

Gehen die Lichter aus? Der Pforzheimer Weihnachtsmarkt sollte im Corona-Jahr 2020 verkleinert und mit Schutzkonzept stattfinden. Doch seit Pforzheim als Risikogebiet gilt, mehren sich die Zweifel. Foto: Daniel Streib

Die Mitteilung aus dem Landratsamt ist unmissverständlich: Die Corona-Fallzahlen steigen unaufhörlich und zuletzt rapide an.“ Auch am Donnerstag gingen die Kennziffern bei der maßgeblichen Sieben-Tage-Inzidenz wieder deutlich nach oben. Allein im Enzkreis waren es 30 gemeldete Neuinfektionen von Mittwoch auf Donnerstag, in Pforzheim sind es elf.

Der Landkreis liegt damit deutlich über dem Grenzwert zum „Risikogebiet“ von 50, nämlich auf 65,1. Das bedeutet, dass sich bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen nachweislich 65 Personen im Enzkreis neu mit dem Coronavirus infiziert haben. In Pforzheim steigt der Wert ebenfalls, wenn auch etwas geringer, auf 58,8 Fälle.

Insgesamt gelten in Pforzheim derzeit 90 Personen als noch mit Corona infiziert oder an Covid-19 erkrankt. Im Enzkreis sind es den Zahlen des Gesundheitsamtes zufolge 182.

Am Mittwoch wurde der Grenzwert in Pforzheim und dem Enzkreis erstmals überschritten .

Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, „um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus‘ in der Region zu verlangsamen, und welche Auswirkungen dies auf die Menschen in Stadt und Kreis haben wird“, soll am Freitag auf einer Pressekonferenz im Landratsamt verkündet werden.

Bangen um den Weihnachtsmarkt

Unterdessen steigt die Sorge nach einer weiteren drastischen Einschränkung des öffentlichen Lebens in Pforzheim und dem Enzkreis. Nachdem im Land bereits etliche Weihnachtsmärkte abgesagt worden waren, steht nun auch der ab Ende November geplante Goldene Weihnachtsmarkt in der Pforzheimer City im Blick.

Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt sollte ebenso wie der benachbarte Mittelaltermarkt in reduziertem Rahmen stattfinden. Sogar der Ausschank von Glühwein und anderen alkoholischen Getränken war bisher geplant. An einer Umsetzung wachsen nun offenbar Zweifel, wie in der Pforzheimer Kommunalpolitik zu erfahren ist.

FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke warnt indes davor, „nicht zu früh und ohne Kenntnis der pandemischen Lage zum Eröffnungszeitpunkt“ abzusagen. Das gelte nicht nur für Pforzheim, sondern auch für den Enzkreis, so Rülke in einer gemeinsamen Erklärung mit seinem Landtagsfraktionskollegen Erik Schweickert aus Niefern. Es sei wichtig, alle Parameter im Blick zu behalten und nicht ausschließlich die reine Anzahl positiver Testergebnisse, ehe man eine Entscheidung treffe.

Rülke will von Wien lernen

Der Blick der beiden geht dabei in die österreichische Hauptstadt. „Wien hat die Durchführung der Weihnachtsmärkte unter anderem damit begründet, dass der Freizeitkonsum sinnvollerweise auch in den Wintermonaten nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch im Freien stattfinden kann“, so Rülke.

Am 13. November seien in Wien die ersten Märkte in Betrieb. „Wir sollten deshalb darauf achten, wie es in Wien funktioniert und für den Pforzheimer Weihnachtsmarkt Schlüsse daraus ziehen. Eine frühzeitige Absage fände ich derzeit unangemessen“, stellt Rülke klar.

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