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Corona macht den Sportlern zu schaffen

Dank Flutlicht am Seibelseckle: Hoffnungsschimmer für Karlsruher Skirennmannschaft

Corona macht auch den Skiclubs wie den Karlsruher Rheinbrüdern schwer zu schaffen. Immerhin dürfen die besten Talente seit Montag mit Sondergenehmigung auf dem Seibelseckle trainieren.

Lichtgestalten: Die Rennläufer-Talente der Region Nordschwarzwald mit den Karlsruher Rheinbrüdern als erfolgreichstem Verein dürfen seit Montag auf dem Hang am Seibelseckle trainieren. Foto: privat

Viel mehr als ein schwaches Licht am Ende des Tunnels ist es nicht, das der Bereich Leistungssport des Skiverbandes Schwarzwald Nord (SVS-N) in diesem Corona-Winter seit Wochenbeginn erkennen kann.

Aber einen Schimmer Hoffnung für die rund 30 leistungssportlich orientierten alpinen Rennläufer der Region verbreiten die Scheinwerfer am Skihang Seibelseckle schon, wo die besten Talente seit Montag mit Sondergenehmigung der Gemeinde Seebach und dem Segen des Sozialministeriums trainieren dürfen. „Das alles ist weit weg vom Optimum, aber viel besser als nichts“, sagt Marcel Knoch.

Rheinbrüder seit Seizinger erste Adresse

Der 41 Jahre alte Skilehrer ist Sportwart des nordbadischen Verbands und Abteilungsleiter bei den Rheinbrüdern Karlsruhe, der seit den Zeiten von Katja Seizinger ersten Adresse für Rennsport in der Region. Die Wintersport-Sparte des Vereins zählt 120 Mitglieder, knapp die Hälfte davon nimmt mehr oder weniger ambitioniert an Rennen teil.

In dieser Saison wird sich nach Einschätzung von Knoch so schnell aber nichts tun. „Doch die Hoffnung gibt man nie auf. Vielleicht können wir Ende März in den Alpen und im Schwarzwald ja noch ein paar Wettkämpfe bestreiten“, sagt der Karlsruher.

„Eigentlich hätten Anfang Januar die ersten Rennen stattfinden sollen“, berichtet Dominik Metzger. Der 20-Jährige aus Oberderdingen war 2018 Dritter in der Gesamtwertung des Deutschland-Pokals, hat seine Leistungssportkarriere aber wegen des Elektrotechnik-Studiums beendet. Der Rheinbruder bringt stattdessen seinen potentiellen Nachfolgern und Nachfolgerinnen aus den Altersklassen U14 und U16 die richtige Technik im Stangenwald bei. Es sei „Potenzial da“ im nordbadischen Raum, aber die Bedingungen seien im Vergleich zu Bayern eben deutlich erschwert, sagt Metzger.

Erste Schwünge im Dezember in Bernau

War es vor einem Jahr fehlender Schnee, der Training am Haushang Seibelseckle unmöglich machte, mussten sich in diesem Winter Leistungs- wie Freizeitsportler vor allem mit Online-Skigymnastik fit halten. Die Kaderathleten durften im Dezember dann das eine oder andere Mal in Bernau im Südschwarzwald auf die Piste. „Zweieinhalb Stunden hin, drei Stunden Training, zweieinhalb Stunden zurück“, berichtet Metzger. Mehr denn je sind in diesem Corona-Winter die Eltern gefordert, da Fahrgemeinschaften ja nicht erlaubt sind.

Der Aufwand ist noch größer als sonst. Die ohnehin zurückgehenden Mitgliederzahlen könnten durch Corona noch weiter sinken. „Unsere Talentsuche fällt quasi ganz aus, nachdem schon 2020 wegen der Schneelage ein schlechtes Jahr war“, sagt Knoch: „Wir leben von der Aufbauarbeit der Vorjahre. Wenn es so weitergeht, werden wir erhebliche Nachwuchsprobleme bekommen.“ Auch, weil der Verband mit Sitz in Ettlingen mangels Übungseinheiten im Schnee keine Skilehrer ausbilden kann.

„Für unsere Clubs ist das ein großes Problem. Wir haben viele ältere Mitglieder und sind auf Skilehrer-Nachwuchs angewiesen. Die Ausbildung fällt nun ebenso weg wie die Familienfreizeiten zur Finanzierung der Vereinsarbeit“, sagt Geschäftsführerin Beate Baumann vom Verband Nordschwarzwald, der den Leistungssport im Gebiet stark bezuschusst, dem aber auch Einnahmen fehlen.

Talent Klocke im Ski-Gymnasium

Von vielen Skifahrern beneidet dürfte in diesem Winter der Tristesse Finn Klocke werden. Der 16 Jahre alte Rheinbruder, der aus Vlotho in Ostwestfalen stammt, besucht seit vergangenem Sommer das Ski-Gymnasium in Oberstdorf, kann fast wie zu Normalzeiten trainieren und auch Wettkämpfe bestreiten. Zuletzt wurde der talentierte Techniker bei einem FIS-Rennen in Bischofswiesen Elfter.

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