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Durch Spenden möglich

Eine Delfintherapie machte Robert aus Ettlingen wieder fröhlich

Der 13-jährige Robert aus Ettlingen leidet an einer seltenen Krankheit. Er hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Eine Delfintherapie brachte dem Jungen mehr Lebensmut.

Ganz nah dran: Robert Wollhöwer bei der Delfintherapie auf Curacao mit seiner Delfintrainerin und Delfindame Chabelita.
Ganz nah dran: Robert Wollhöwer bei der Delfintherapie auf Curacao mit seiner Delfintrainerin und Delfindame Chabelita. Foto: Hiltrud Wollhöwer

Ein Lächeln huscht über Roberts Gesicht, als er von der Zeit in Curaçao erzählt. 14 Tage hat er im Frühjahr im Curaçao Dolphin Therapy Center verbracht und konnte dort mit Delfinen auf Tuchfühlung gehen. Eine Stunde am Tag schwamm er mit der eigens für ihn ausgesuchten Delfindame Chabelita im Wasser, warf ihr Ringe oder Bälle zu.

Möglich wurde die Delfintherapie in der Karibik durch Spenden von Freunden, Bekannten und Fremden, die Roberts Schicksal berührte und der Familie helfen wollten (die BNN berichteten).

Der Junge leidet an einer seltenen Krankheit, dem PTEN-Hamartom-Tumorsyndrom (PHTS). PHTS ist genetisch bedingt. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko, gut- und bösartige Tumore zu bekommen.

13-Jähriger hat Schilddrüsenkrebs überstanden

Wegen eines bösartigen Tumors musste Robert bereits die Schilddrüse entfernt werden. Eine große Narbe an seinem Hals zeugt von zwei Operationen. Um das lebenswichtige Organ zu ersetzen, schluckt er Hormontabletten.

Regelmäßig muss Robert zu Untersuchungen ins Kindertumorzentrum Heidelberg. Die Eltern leben in ständiger Angst um ihren Jüngsten. Sie haben selbst auch Krebserkrankungen hinter sich.

Für die ganze Familie sei die Delfintherapie erholsam gewesen, sagt Mutter Hiltrud Wollhöwer. Auch Roberts 18-jähriger Bruder Nikolas war mit dabei.

Robert spricht jetzt nicht mehr über Krebs und den Tod, sondern über Delfine, Curaçao und das Bermuda-Dreieck.
Michael Wollhöwer, Vater

„Freude und Stabilität“ habe der Aufenthalt in Curaçao ihr gebracht, meint die Mutter. Die Therapie könne Roberts Krankheit natürlich nicht besiegen, ihm aber Kraft und Motivation geben für weitere Krankenhausaufenthalte und Behandlungen.

„Robert spricht jetzt nicht mehr über Krebs und den Tod, sondern über Delfine, Curaçao und das Bermuda-Dreieck“, sagt Vater Michael Wollhöwer. Das Bermuda-Dreieck haben die Wollhöwers auf dem Flug nach Curaçao überquert.

„Mehr Fröhlichkeit und mehr Freude“ spüre er seit der Delfintherapie, sagt Robert. Er sei „nicht mehr so stumpf“.

Robert will noch einmal zurück zu den Delfinen

Der Teenager wünscht sich, noch einmal zurückzukehren nach Curaçao, um mit den Delfinen zu schwimmen. Seine Eltern sammeln bereits weitere Spenden auf der Internetseite www.betterplace.me (Stichwort „Robert Wollhöwer“).

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7.000 Euro hat die erste Therapie gekostet, inklusive Flug, Hotel und Verpflegung haben die Wollhöwers mehr als 20.000 Euro ausgegeben.

Es gibt billigere tiergestützte Therapien. Doch mit den Delfinen zu schwimmen war Roberts Wunsch und den wollten seine Eltern ihm unbedingt erfüllen. „Wir wussten nicht, ob es sein letzter sein wird“, sagt Michael Wollhöwer.

Uns war wichtig, dass die Delfine nicht eingesperrt sind.
Hiltrud Wollhöwer, Mutter

Gegen Delfintherapien in Ägypten oder der Türkei, die weniger kosten als das Angebot auf Curaçao, hätten sie sich bewusst entschieden, erklärt Roberts Mutter.

„Uns war es wichtig, dass es ein Ort ist, an dem die Delfine nicht eingesperrt sind.“ Auf Curaçao könnten die Tiere aus den Therapiebecken raus ins Meer schwimmen.

Weil die Wirkung von Delfintherapien wissenschaftlich nicht belegt ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten nicht. Den finanziellen Aufwand stemmen können die Wollhöwers nicht alleine.

Roberts Mutter ist wegen der Nachwirkungen ihrer Darmkrebserkrankung noch nicht arbeitsfähig, sein Vater befindet sich in der beruflichen Wiedereingliederung.

Mit Bucherlös sollen Wünsche anderer krebskranker Kinder erfüllt werden

Sie seien dankbar für jede einzelne Spende, die gemacht wurde, sagt Michael Wollhöwer. Er will jetzt etwas zurückgegeben, und zwar indem er dem Karlsruher Verein „Stelzenmännchen“ hilft, einem Förderverein für krebskranke Kinder.

Mit dem Erlös eines Kinderbuchs, das Wollhöwer geschrieben hat, sollen Wünsche krebskranker Kinder und Jugendlicher erfüllt werden.

Aktuell sei der Vereinsvorstand noch auf der Suche nach einem Verlag, erzählt der Familienvater. Eine Illustratorin habe man bereits gefunden. Und auch der Titel des Buchs steht schon fest: „Robert, der Delfin aus Ettlingen“.

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