Skip to main content

Der Umbau geht voran

Im Karlsruher Wildparkstadion müssen noch Mängel behoben werden

Im Karlsruher Wildpark nimmt das neue Stadion Gestalt an. Am weitesten vorangeschritten ist der Bauteil am Adenauerring. Doch bei dieser sogenannten Osttribüne muss der Bauunternehmer an einigen Punkten nachbessern.

Im Karlsruher Wildpark ist die einstige Haupttribüne fast komplett abgeräumt. Vom Parkplatz dahinter aus ist so die Sicht frei auf die Osttribüne. Foto: Jörg Donecker

Der Blick fällt auf den riesigen Schriftzug „Karlsruher SC“: Im Wildpark ist die Haupttribüne inzwischen in weiten Teilen abgetragen. Wer auf dem Parkplatz dahinter steht, hat somit einen völlig neuen Einblick in das im Entstehen befindliche Stadion. „Man kann sehen, es entwickelt sich“, sagt Frank Nenninger zum neuen KSC-Stadion im Wildpark. Der Chef der städtischen Kasig ist zufrieden mit dem Fortgang der Arbeiten – und macht auch keine größeren Mängel aus.

Gerade ist die Osttribüne am Adenauerring per Pachtvertrag an den KSC übergegangen. In diesem Gebäudeteil markieren blaue Klebebänder Punkte, an denen der Generalunternehmer BAM nachbessern muss. „Mängel ist ein negativ belastetes Wort“, meint Nenninger. In der Bauwelt sei es normal.

Rund 50 Punkte umfasse die Liste, die jetzt abgearbeitet werden muss. „Das ist marginal“, urteilt Nenninger. Es gehe insgesamt nicht um gravierende oder gar sicherheitsrelevante Aspekte. „Wir bewegen uns im Bereich von Kosmetik.“ Ein blaues Klebeband findet sich bei einem der Kioske: Von drei am Sockel montierten Zinkblechen ist eines zerbeult.

Am Kiosk nebenan trifft dies auf zwei der drei Bleche zu. Hier muss getauscht werden. Der städtische Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark (EiBS) hat hier und dort gesprungene Fliesen und Risse in Betonplatten moniert. „Die Betonqualität ist insgesamt gut“, versichert Nenninger.

Ein Sicherungskasten wurde getauscht. Und auch bei den Betonstufen wurde ein Problem behoben: Bei der Abnahme fiel ein Leerraum zwischen Stufen und Seitenwand auf. Die Behörden fürchteten, dass Fans dort mit dem Fuß hängenbleiben könnten. Inzwischen ist die Lücke mit Metallplatten geschlossen.

Die Südtribüne wird in KSC-Blau getaucht. Im Mai soll dieser Bauteil fertig sein. Foto: Jörg Donecker

„Es ist immer die Frage, was ein Mangel ist“, so Nenninger. Auf dem Bau streite man – über Zeit und Geld. „Aber das bereitet mir hier keine Bauchschmerzen.“ Fünf Jahre betrage die Gewährleistungszeit für den Bauunternehmer. Selbst wenn also später noch das eine oder andere Problem auftauche, bestehe der Anspruch auf Nachbesserung.

Die Südtribüne soll bis Mai fertig sein. Aktuell werden Stufen im KSC-Blau gestrichen, im unteren Bereich Wellenbrecher montiert. Dieser Stadionteil bietet ausschließlich Stehplätze. Er wird durch Zäune noch in fünf Blöcke unterteilt. Sobald alles fertig ist, kann das Provisorium im Norden weg. Auch wenn wegen Corona derzeit keine Fans im Stadion sind, müssen den Vorgaben der Liga zufolge auch beim Bau immer mindestens 15.000 Besucherplätze vorhanden sein.

Bagger nehmen die Haupttribüne des Wildparkstadions auseinander

Ende des Monats sind nach Einschätzung von Nenninger die letzten Reste der Haupttribüne Geschichte. Dieser Gebäudeteil sei quasi filetiert worden. Glas, Stahl, Beton: Eine ganze Fülle an Materialien wurde beseitigt und getrennt. „Teilweise waren sieben, acht Bagger gleichzeitig im Einsatz.“

Bald wird nun das Technik- und Untergeschoss neu gemacht, im Sommer wächst dann der Rohbau in die Höhe. Ziel ist weiter, die neue Arena bis Sommer 2022 fertig zu haben. Einen wie früher 54 Meter hohen Masten für den Mobilfunk wird es dann nicht mehr geben: „Wir arbeiten mit Zellenmodulen, die unter dem Dach befestigt werden“, erläutert EiBS-Chef Werner Merkel.

Rollstuhlfahrer nicht mehr am Spielfeldrand

Merkel sagt vorher: „Wenn die Dachkonstruktion rundum fertig ist, verändert sich auch der Einfluss von Wind und Regen.“ Dass beispielsweise die Rollstuhlfahrer im Regen sitzen, fürchtet Nenninger nicht: Sie haben ihren Platz im mittleren Bereich der Osttribüne, knapp unter dem großen „Karlsruher SC“-Schriftzug, nicht mehr wie früher direkt am Spielfeldrand.

In Sachen Barrierefreiheit unterscheidet sich das neue Stadion deutlich vom alten.
Florian Kaute, Pressesprecher

„In Sachen Barrierefreiheit unterscheidet sich das neue Stadion deutlich vom alten“, betont Pressesprecher Florian Kaute. Am Adenauerring gibt es nicht nur eine Rampe ins Stadion, sondern auch einen Infostand mit extra niedrigem Fenster. Es gibt rollstuhlgerechte Toiletten und einen Aufzug in die Arena.

Dort in der Nähe der Rampe wird künftig wohl auch der Nackte Mann stehen. „Der genaue Standort ist aber noch nicht geklärt“, so Kaute. Weil der KSC die Finanzierung des Parkhauses für die VIPs bisher nicht sichern kann, gibt es aktuell auch bei diesem Bauteil Fragezeichen.

Bis Mai soll klar sein, wie zumindest die 300 erforderlichen Stellplätze ermöglicht werden. Derweil glänzen am früheren Standort des Nackten Mannes bereits Fahrradständer in der Sonne. 3.000 gibt es künftig rund ums Stadion.

nach oben Zurück zum Seitenanfang