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Stimmen zur OB-Wahl in Karlsruhe

Mentrup: „Ich kann mit Rückenwind in die nächsten acht Jahre starten“

Überraschend klar hat Frank Mentrup die Oberbürgermeister-Wahl in Karlsruhe bereits im ersten Wahlgang für sich entschieden. Die ersten Reaktionen im Überblick.

Oberbürgermeister Frank Mentrup im Gespräch mit Petra Lorenz, Kandidatin der Freien Wähler/Für Karlsruhe. Foto: Jörg Donecker

Konstanz in der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs: Frank Mentrup bleibt nach einem denkwürdigen Wahlabend auch die nächsten acht Jahre Oberbürgermeister in Karlsruhe. Er setzte sich mit großem Vorsprung bereits im ersten Wahlgang gegen seine fünf Gegenkandidaten durch, die nicht den Hauch einer Chance hatten.

Entsprechend zufrieden zeigte sich der alte und gleichzeitig neue Oberbürgermeister: „Das ist eine Bestätigung meines Politikstils der vergangenen acht Jahre. Ich kann mit Rückenwind in die nächsten acht Jahre starten“, so der 56-Jährige.

Jubel auch bei der Ex-SPD-Fraktionsvorsitzenden im Karlsruher Gemeinderat, ehemaligen Bundestagsabgeordneten und früheren Regierungspräsidentin Gerlinde Hämmerle: „Ich bin ganz begeistert. Ich habe es zwar gespürt, dass es eine große Unterstützung für Frank Mentrup gab. Jetzt bin ich aber doch froh, dass es durch die Wähler bestätigt wurde. Ich habe in meiner langen Karriere so viele Unwägbarkeiten erlebt und bin froh, dass das so gut ausging.“

CDU-Kandidat Sven Weigt ist enttäuscht vom Ergebnis

Die CDU erkannte die klare Niederlage sofort an. Mentrups ärgster Widersacher, Sven Weigt, war einer der ersten Gratulanten im Karlsruher Rathaus. „Ich bin sehr enttäuscht, aber in einer Demokratie muss man das aushalten“, so der 49-Jährige.

Ingo Wellenreuther, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Karlsruhe-Stadt ergänzte: „Wir haben es nicht geschafft, die große Unzufriedenheit, die wir über den Amtsinhaber gespürt haben, auch an die Urne zu bringen. Bei diesen Extrembedingungen war auch schwer Wahlkampf zu führen. Der Amtsinhaber hat einfach einen Bonus.“

Und Tilmann Pfannkuch, CDU-Fraktionschef im Karlsruher Stadtrat sprach Klartext: „Das Ergebnis ist nicht berauschend, es ist enttäuschend.“

Vanessa Schulz will sich in acht Jahren erneut für das Amt als Oberbürgermeisterin bewerben

Der Kandidat der AfD, Paul Schmidt, hatte zumindest mit einem zweiten Wahlgang gerechnet. „Das Spektrum der Gegenkandidaten war doch heterogen. Ich dachte, da ist für jeden etwas dabei.“

Petra Lorenz, die Kandidatin für die Freien Wähler/Für Karlsruhe, sieht ihre Mission trotz des ernüchternden Ergebnisses nicht beendet: „Ich nehme aus dem Wahlkampf viel Arbeit mit. Themen, bei denen ich dran bleiben möchte.“

Enttäuscht zeigte sich auch Vanessa Schulz (Die Partei): „Ich finde es schade, dass Gleichberechtigung und Klimaschutz noch nicht bei den Wählern angekommen sind. Aber ich gratuliere Frank Mentrup zum zweiten Wahlsieg im ersten Wahlgang. Das ist eine ziemliche Leistung. Aber in einer Pandemie hat ein Amtsinhaber einfach einen Vorsprung“. Als erster Bewerber kündigte sie bereits an, „in acht Jahren einfach wieder antreten“ zu wollen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Tom Høyem findet es als Wahlbeobachter schade, dass lediglich knapp über 40 Prozent der Karlsruher zur Wahl gegangen sind, wenn woanders wie in Belarus Menschen um die Demokratie und Meinungsfreiheit kämpfen. „Ich bin seit 16 Jahren im Gemeinderat, aber die vergangenen anderthalb Jahre waren die schwierigsten Jahre. Es ist schlimm, wie groß die Mentrup-Mehrheit im Gemeinderat ist. Das ist eher ein Monolog als ein Dialog.“

Aus Sicht des Karlsruher SC war Club-Präsident Holger Siegmund-Schultze zufrieden: „Ich habe Herrn Mentrup bereits gratuliert. Für uns als KSC bedeutet das natürlich Stabilität. Wir wissen, was wir haben.“

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