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Bundeswehr hilft mit

Impfzentren im Landkreis Karlsruhe sind ab 15. März täglich geöffnet

Normalerweise sind die Soldaten des ABC-Abwehrbataillons 750 „Baden“ für die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln zuständig. Mit der Erweiterung der Öffnungszeiten unterstützen sie derzeit die Arbeit in den Impfzentren.

Felix Ritter ist einer der Soldaten des ABC Abwehrbataillons 750 „Baden“, die in den Impfzentren helfen. Foto: Judith Midinet-Horst

Die Soldaten der Bundeswehr sind seit der Corona-Krise in ungewohnten Einsätzen: zur Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt, um Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen abzunehmen und jetzt auch in den Impfzentren im Landkreis Karlsruhe.

„159 Soldaten sind derzeit im Einsatz“, erklärt Oberleutnant Peter Gräfe vom Bruchsaler ABC-Abwehrbataillon 750 „Baden“. Im Rahmen der Amtshilfe „Helfende Hände“ unterstützen die Soldaten die Arbeit in den Impfzentren in der Schwarzwaldhalle und Messehalle in Karlsruhe sowie in Heidelsheim, Sulzfeld, Heidelberg, Weinheim und Sinsheim.

210 Soldaten könnten maximal abgestellt werden, bundesweit stünden 25.000 Soldaten zur Verfügung. „Die Einsatzbereitschaft bleibt dabei immer erhalten“, versichert Gräfe.

Soldaten im Landkreis Karlsruhe und Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz

Normalerweise sind die Soldaten des Abwehrbataillons mit militärischen Tätigkeiten betraut, halten sich in Übung für die Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Waffen. Im Impfzentrum in Heidelsheim helfen sie nun beim Check-in, bei der Terminbestätigung, in der Registratur und im Wartebereich. Eine Soldatin ist mit dem Mobilen Impfteam unterwegs.

Seit 7. Februar arbeiten die Soldaten im Impfzentrum mit. Es sei eine Umstellung gewesen, aber das gesamte Team sei inzwischen ein eingeschweißtes Team. „Die zivil-militärische Zusammenarbeit läuft flüssig“, sagt Oberfeldwebel Marcel Heger.

Am Ende des Tages dienen wir der Gesellschaft.
Marco Somma, Kompaniefeldwebel

„Wir müssen die Fähigkeit haben schnell zu lernen und uns zu adaptieren“, erklärt Kompaniefeldwebel Marco Somma, „am Ende des Tages dienen wir der Gesellschaft und das kann auch die Arbeit im Impfzentrum sein.“

Sechs Soldaten arbeiten bei vollem Betrieb mit

Für Steven Rieger, den organisatorischen Leiter des Impfzentrums Heidelsheim, ist der Einsatz der Bundeswehr eine „wichtige Leistung“, die den Impfbetrieb sicherstellt. „Durch die Bundeswehr erreichen wir Kontinuität und Verlässlichkeit beim Personal“, erklärt er. Dies sei besonders wichtig, wenn die Impfzentren im Landkreis — Heidelsheim und Sulzfeld — ab dem 15. März in den Vollbetrieb gehen. Sechs Soldaten werden dann in Heidelsheim mitarbeiten.

Seit kurzem steht neben dem Impfstoff von Biontech/Pfizer auch der von Astrazeneca zur Verfügung. Deshalb können zusätzlich zu den bisher Impfberechtigten der ersten Priorität in Baden-Württemberg nun weitere Menschen geimpft werden, die bislang zur zweiten Priorität gehörten. Dieser Kreis wurde auch auf Lehrer und Erzieher ausgeweitet.

Anfang März wurde deshalb in den beiden Kreisimpfzentren in einem ersten Schritt die Zahl der Impfungen von jeweils etwa 160 auf rund 400 pro Tag mehr als verdoppelt. Ab 15. März werden die beiden Zentren an allen Tagen der Woche in Betrieb sein und zudem im Zweischichtbetrieb zu ausgeweiteten Öffnungszeiten arbeiten, wie das Landratsamt mittelt.

Die Termine sind zu 100 Prozent ausgebucht.
Steven Rieger, organisatorischer Leiter Impfzentrum Heidelsheim

„Die Termine sind zu 100 Prozent ausgebucht“, erklärt Rieger. Anfangs habe es eine „dezente Zurückhaltung“ gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca gegeben, aber aktuell seien sämtliche Termine „sehr gut nachgefragt“, freie Termine stünden nicht „auf Halde“. Am Ende eines Impftages blieben auch keine großen Mengen an Impfstoff übrig.

Übrig gebliebene Dosen werden an Impfberechtigte verimpft

„Die Planungen sind sehr detailliert, aber natürlich nicht bis auf die letzte Dosis genau möglich“, erklärt Rieger. Wenn doch Dosen noch zur Verfügung stünden, beispielsweise durch kurzfristig abgesagte Termine oder nach Einsätzen der Mobilen Impfteams, würden diese — sofern noch möglich — wieder für den nächsten Tag eingelagert. Wenn eine Haltbarkeit nicht gewährleistet werden könne, würde der Impfstoff ausschließlich an den berechtigten Personenkreis verimpft.

Die Prüfung der Impfberechtigung ist laut Rieger derzeit „knifflig“. Denn das Online-System, über das die Menschen ihren Impftermin buchen, frage nicht die Impfberechtigung ab. Das erfolge erst in der Registratur im Impfzentrum. Einige müssten deshalb auch wieder weggeschickt werden. „Die Diskussionen um die Impfansprüche sind sehr zeitaufwendig“, erklärt Rieger, „die meisten Menschen sind aber froh, dass sie geimpft werden.“

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