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Massiver Ausbruch in Lahr

Mutierte Corona-Erreger in drei Krankenhäusern im Ortenaukreis nachgewiesen

Mehr als 50 Patienten und Mitarbeiter des Lahrer Krankenhauses sind mit dem Coronavirus infiziert. Inzwischen ist klar: Auch die mutierte Variante spielt eine immer wichtigere Variante im Infektionsgeschehen.

Massiver Corona-Ausbruch: Mehr als 50 Patienten und Mitarbeiter am Klinikum Lahr wurden positiv auf das Virus getestet. Inzwischen wurde dort auch die mutierte Variante des Erregers entdeckt. Foto: Achim Keiper

Die mutierte Variante des Coronavirus breitet sich im Ortenaukreis weiter aus. Über die bekannten 65 Fälle hinaus wurde die Mutation „N501Y“ nun auch erstmals in drei Krankenhäusern nachgewiesen. Das Klinikum hat daher eine weitere Verschärfung der Hygienemaßnahmen angekündigt.

Das mutierte Virus in der aus Großbritannien bekannten Variante gilt als erheblich ansteckender als der ursprüngliche Erreger. Hatten Experten bisher von einer um die zu 70 Prozent erhöhten Ansteckungsrate gesprochen, so ist inzwischen die Rede von einer sechsfach höheren Gefahr, wie Doris Reinhardt, Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung, in dieser Woche deutlich machte.

Das Virus kann besser an die Körperzellen andocken. Um eine weitere Verbreitung des Erregers zu vermeiden, wurden alle Patienten mit dem mutierten Virus räumlich getrennt von den übrigen Covid-19-Kranken untergebracht.

Lahr, Kehl und Offenburg betroffen

Betroffen von der Mutation sind nach einer Mitteilung des Ortenau Klinikums das ohnedies von einem ausgedehnten Covid-19-Ausbruch betroffene Klinikum in Lahr mit bisher fünf bekannten Fällen, drei Patienten und zwei Mitarbeitern.

Das Krankenhaus in Kehl mit einem Patienten sowie das Klinikum am Ebertplatz in Offenburg, wo die mutierte Varianten bisher zweimal nachgewiesen wurde, sind ebenfalls betroffen.

Bei Reihentestungen seien nun aber keine weiteren positiven Testergebnisse aufgetreten, teilt das Klinikum mit. „Dies belegt die Wirksamkeit der Hygienemaßnahmen“ in den Krankenhäusern, so Andreas Schröder, Chefarzt der Klinikhygiene.

In allen Fällen britische Variante

Bislang waren die mutierten Virusvarianten in einem Pflegeheim, einer Schule und einem Kindergarten entdeckt worden, allerdings hatte bereits am Dienstag die Leiterin des Offenburger Gesundheitsamts, Evelyn Bressau, die Befürchtung geäußert, dass man bei einer gezielten Suche auf weitere Infektionen mit mutierten Virenstämmen stoßen dürfte.

In allen Fällen handelt sich nach Angaben des Klinikums und des Gesundheitsamts um die aus Großbritannien bekannte Variante. Alle Infizierten sind entweder in einer 14-tägigen Quarantäne oder auf den Covid-Stationen des Klinikums.

Bei der Mehrzahl der Betroffenen habe das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen ermitteln können, weitere werden aber noch gesucht.

Reihentestungen werden fortgeführt

Das Klinikum werde die Reihentestungen in den Krankenhäusern fortsetzen und ausweiten, das Reinigungspersonal werde in den kommenden Tagen die Möglichkeit zu einem PCR-Test erhalten. Am Lahrer Krankenhaus wurden drei Stationen geschlossen, ebenso eine weitere in Ettenheim.

In den beiden Häusern war es in den vergangenen Tagen zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen. Ende Januar war von 42 Infektionen die Rede, seither sind noch zehn weitere hinzugekommen. In den vergangenen 24 Stunden habe man in Lahr aber keine weiteren positiven Testergebnisse gehabt, so das Klinikum weiter.

Gleichwohl will man am Aufnahme- und Verlegungsstopp für die betroffenen Stationen festhalten, zudem werde es weitere engmaschige Reihentestungen geben. Die Notfallversorgung sei aber gewährleistet, das Klinikum nehme auch weiter schwangere Frauen zur Entbindung an.

Ein Teil der üblicherweise in Lahr stattfindenden ambulanten Operationen soll nach Ettenheim verlegt werden, kündigt das Klinikum weiter an.

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