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Frauen-Basketball-Bundesliga

Rutronik Stars Keltern belohnen sich mit drei Titeln für den immensen Aufwand

Die zweite deutsche Meisterschaft ist unter Dach und Fach. Doch während sich Kelterns Basketballerinnen in ihre Heimatländer verabschieden, kommt auf Sterne-Boss Dirk Steidl noch einiges an Arbeit zu.

Edelmetall für den Vereins-Boss: Emmanuella Mayombo, Kapitänin der Rutronik Stars Keltern, hängt Manager Dirk Steidl die Goldmedaille um den Hals. Foto: Harry Rubner

Die ganz große Bühne ist nicht immer unbedingt das, was Dirk Steidl bevorzugt. Der Vorsitzende und Gesamt-Geschäftsführer des FC Nöttingen hält die Fäden lieber im Hintergrund in der Hand, arbeitet in Ruhe und schießt aus sicherer Deckung gern auch mal den einen oder anderen Giftpfeil in Richtung anderer Clubs – vor allem wenn es darum geht, die Interessen seiner Mannschaften zu schützen und zu verteidigen.

Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft „seiner“ Basketballerinnen, den Rutronik Stars Keltern, waren dem 50-Jährigen am Sonntagabend Erschöpfung, Erleichterung und Spannungsabfall anzusehen. Nachdem Steidl, die Goldmedaille um den Hals baumelnd, die Siegerehrung in der Dietlinger Speiterlinghalle über die Bühne gebracht hatte, schloss er mit den Worten: „Aus, Finish, Ende“. Das Parkett sollte fortan wieder den feiernden Bundesliga-Spielerinnen gehören.

Dass die Saison 2020/21 trotz aller Corona-Problematik nun doch ein versöhnliches und vor allem sportliches Ende nahm, daran war vor vielen Wochen noch nicht unbedingt zu denken gewesen. Zu sehr brachten positive Corona-Fälle viele Vereine ins Hintertreffen und häufig gar mehrmals in Quarantäne.

Es muss einen Basketball-Gott geben.
Dirk Steidl, Manager Sterne Keltern

Auch Steidl äußerte zwischendurch immer wieder Bedenken und plädierte dafür, die Saison nach dem Pokal-Top-4 und noch vor Beginn der Play-offs zu beenden. „Es muss einen Basketball-Gott geben“, sagte er nun erleichtert.

Steidl schickt kleinen Seitenhieb in Richtung Herner TC und USC Freiburg

Im vergangenen Jahr, als die Spielzeit coronabedingt abgebrochen werden musste, war Keltern trotz des souveränen Platzes an der Tabellenspitze der vorzeitige Meistertitel verweigert worden – „obwohl wir ihn verdient gehabt hätten“, wie Steidl findet.

Der Herner TC und der USC Freiburg sprachen sich „aus Antipathie“ (Steidl) gegen einen Sieger aus dem Enzkreis aus, ein Meister wurde somit nicht gekürt. Daher sei der Gewinn nun, so der Sterne-Boss, „umso schöner“. Und etwas schelmisch grinsend fügt er an: „Das war Karma.“

Der ganze Verein hat, mit wenigen Leuten, eine riesige Leistung vollbracht.
Dirk Steidl, Manager Sterne Keltern

Die nun erfolgreich beendete Runde stellte für alle Clubs eine Herausforderung dar. „Ohne Zuschauer, ohne Sponsoren, die nicht mehr mitmachen wollten und konnten, das war brutal“, so Steidl. „Es ist einfach eine Situation entstanden, mit der keiner hatte rechnen können. Aber wir haben es versucht, durchzuziehen. Und wir haben es durchgezogen. Der ganze Verein hat, mit wenigen Leuten, eine riesige Leistung vollbracht.“

Ein Sonderlob verteilt Steidl an Teammanager Dag Schiffer: „Ihn muss ich herausheben, er hat sich eingebracht ohne Ende. Das war schon eine eigene Goldmedaille wert.“

Künftig geht es für die Sterne Keltern auch wieder im EuroCup zur Sache

Die Beine komplett hochlegen können „Architekt“ Steidl und seine „Baumeister“, Chefcoach Christian Hergenröther und Co-Trainerin Romina Ciappina, in den kommenden Tagen aber noch nicht. In Sachen Personal sei laut Steidl, der dieser Tage die Vertragsverlängerung mit Milica Deura bekannt gab, noch einiges offen. In den vergangenen Tagen und Wochen sei dafür aber auch einfach zu wenig Zeit gewesen.

Dass der kommende Sterne-Kader ähnlich stark und breit besetzt sein sollte, ist allein schon deshalb erforderlich, weil Keltern künftig auch international, im EuroCup, wieder ans Limit gehen muss. „Die Mädels werden nun aber erst einmal so schnell es geht nach Hause fahren“, so Steidl. Kraft tanken, erholen – erschöpft sind bei den Rutronik Stars Keltern alle. Nicht nur die Spielerinnen.

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