Skip to main content

Versorgung der Heimbewohner ist gesichert

Franz-Kast-Haus in Ettlingen schließt nach zwei Todesfällen und 34 positiven Corona-Tests seine Pforten

Von Corona betroffen: Das Pflegeheim Franz-Kast-Haus in Ettlingen. Zwei betagte Männer sind dort an oder mit Sars-CoV-2 gestorben, weitere Bewohner und Teile des Personals wurden positiv auf das Virus getestet.

Zwei Tote: Im Franz-Kast-Haus Ettlingen, einem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt, sind zwei Männer an oder mit Covid 19 gestorben. . Es gibt 34 Infektionen unter Bewohnern und Beschäftigten. Foto: Werner Bentz

Nach der Albtal-Klinik in Marxzell hat es jetzt eine weitere Pflegeeinrichtung im Albtal getroffen: Im Franz-Kast-Haus, einem Heim der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kreisverband Karlsruhe, sind zwei Menschen an oder mit Corona gestorben. Es handelt sich um zwei Männer, der eine 86 Jahre alt, der andere 90. Darüber hinaus sind mindestens 20 der insgesamt 71 Heimbewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Entsprechende BNN-Informationen bestätigte am Montagnachmittag Geschäftsführer Ramiro Henze. Die Todesfälle und Infektionen hätten sich schon vorige Woche ereignet. Die Öffentlichkeit habe er nicht zuvorderst in Kenntnis setzen wollen, sondern zunächst die Bewohner und die Angehörigen, erklärte Henze. Er bedauere die Entwicklung in seinem Haus sehr und meinte: „Im Frühjahr hatten wir bei der ersten Corona-Welle Glück.“

Alle Hygiene- und Abstandregeln seien im Haus eingehalten worden, auch sei Schutzkleidung selbstverständlich.

Besuchs- und Aufnahmestopp im AWO-Heim

Das Franz-Kast-Haus nahe dem Ettlinger Huttenkreuzkreisel ist inzwischen geschlossen. Besuche dort sind nicht mehr möglich. Außerdem hat man einen Aufnahmestopp verhängt. Darauf verständigten sich die Einrichtung und das Gesundheitsamt im Landratsamt Karlsruhe in Absprache miteinander.

Die Bewohner in den insgesamt vier Wohngruppen seien angehalten, zu ihrem Schutz auf den Zimmern zu bleiben. Dorthin werde ihnen auch das Essen gebracht. Das Franz-Kast-Haus hat keine eigene Küche, um das Essen zuzubereiten, sondern bezieht es von außerhalb. Es verfügt ausschließlich über Einzelzimmer, in Betrieb ist es seit 2012.

Wir haben noch nicht alle Testergebnisse vorliegen.
Ramiro Henze, Geschäftsführer Franz-Kast-Haus

Die Corona-Fälle waren festgestellt worden, nachdem eine Mitarbeiterin über Unwohlsein geklagt und einen Test hatte machen lassen, der dann positiv ausfiel. Daraufhin wurden die knapp hundert Beschäftigten und die Bewohner auf Sars-CoV-2 getestet, zunächst waren zehn Infektionen bekannt. „Wir haben aber noch nicht alle Testergebnisse, weder von den Mitarbeitern noch von den Bewohnern,“ ließ Ramiro Henze weiter wissen.

Gesundheitsamt und Heimaufsicht in engem Austausch

„Wir können bestätigen, dass im Franz-Kast-Haus derzeit 34 Corona-Fälle bekannt sind, davon sind zehn in der Belegschaft und 24 unter den Bewohnern,“ teilte dann am Montagabend Matthias Krüger vom Büro des Landrats mit. Auch seien die beiden Todesfälle bekannt. Krüger sieht sowohl sie als auch die Ansteckungen als Ausdruck der allgemein steigenden Corona-Infektionen.

Gerade Einrichtungen wie das Kast-Haus seien bei aller Vorsicht einem wachsenden Risiko ausgesetzt. Die Versorgung der Heimbewohner sei weiter gesichert, das Gesundheitsamt und die Heimaufsicht im Landratsamt stünden in engem Austausch. Am Dienstag wolle das Gesundheitsamt im AWO-Heim vorbeischauen.

Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold, den die BNN um eine Stellungnahme angesichts der Entwicklung bei Corona baten, ließ über sein Büro ausrichten, er wolle sich zu den Ereignissen nicht äußern. Zugleich verwies er auf das Franz-Kast-Haus und das Gesundheitsamt als die zuständigen Stellen.

nach oben Zurück zum Seitenanfang