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Kinder und Beschäftigte positiv getestet

Corona-Mutationen: Kinder- und Jugendheim Baden-Baden steht unter Quarantäne

Tests ergaben Hinweise auf Virus-Mutationen. Rund 140 Bewohner der Einrichtung müssen in Quarantäne. Das Impfzentrum im Kurhaus erweitert demnächst seine Öffnungszeiten, weil es zusätzlichen Impfstoff geliefert bekam.

Unter Quarantäne: Bei Bewohnern und Beschäftigten des Kinder- und Jugendheims Baden-Baden haben Tests Mutationen des Coronavirus’ nachgewiesen. Foto: Michael Rudolphi

Coronavirus-Mutanten haben sich inzwischen auch in Baden-Baden verbreitet. Vor allem das Kinder- und Jugendheim der von Stulz Schriever’schen Stiftung im Stadtteil Lichtental ist betroffen.

Dort befinden sich 80 Bewohner der vollstationären und 60 der teilstationären Unterbringung mittlerweile in Quarantäne. Das gab Bürgermeister Roland Kaiser am Freitag bei einem Pressegespräch bekannt.

Nach Auskunft des Sozialdezernenten sind fünf Kinder und drei Beschäftigte in einer vollstationären Gruppe erkrankt. In zwei weiteren Gruppen habe es jeweils bei einem Beschäftigten und einem Kind positive Tests gegeben.

Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den Virus-Mutationen um die britische Variante. Kaiser zufolge ist neben dem Kinder- und Jugendheim eine Gruppe der Kindertagespflege betroffen. In diesem Fall sei es bislang zu keiner weiteren Übertragung des Virus gekommen.

Kaiser zufolge haben die Eltern die teilstationär untergebrachten Kinder abgeholt, um die Quarantäne Zuhause zu verbringen. Die Betroffenen der vollstationären Gruppen hätten eigentlich in den Fastnachtsferien Zuhause sein sollen. Kaiser geht davon aus, dass das nicht möglich sein wird.

Die Corona-Station behandelt Patienten mit Virus-Mutationen

Thomas Iber, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Mittelbaden (KMB), ist vom Ausbruch im Kinderheim nicht überrascht. Die Corona-Station im Krankenhaus Balg habe in den vergangenen Wochen einige Patienten behandelt, bei denen die britische und südafrikanische Mutation nachgewiesen gewesen sei. Die brasilianische Mutation sei bislang noch nicht aufgetreten.

Der anhaltend niedrige Inzidenzwert in Baden-Baden spiegelt sich inzwischen in der Belegung der Corona-Station wider. Iber zufolge sind aktuell acht Patienten in Behandlung, keiner in der Intensiv-Station.

Im Januar seien es noch über 50 Infizierte gewesen. Seit Beginn der zweiten Welle habe Balg rund 400 Covid-Patienten versorgt.

Der Medizinische Geschäftsführer freut sich, dass kein Klinik-Personal erkrankt sei. Mittlerweile hätten 220 Beschäftigte der Pflege- und Ärzteteams mit Priorität eins eine Impfung erhalten.

Impfzentrum im Kurhaus erhält die doppelte Menge an Impfdosen

Jürgen Jung, der Verwaltungsleiter des Impfzentrums im Kurhaus, informiert, am Donnerstag sei anstatt der bisher üblichen 1.170 Impfdosen die zweifache Menge eingegangen.

Das heißt: Das Impfzentrum wird am 19. und 20. Februar seine Öffnungszeiten verdoppeln. Ab diesem Samstag um 15 Uhr seien deshalb zusätzlich 300 Impftermine freigeschaltet.

Vorübergehend mehr Kapazitäten: Das Impfzentrum im Kurhaus wird mehr Termine anbieten, weil es zusätzliche Impfdosen erhalten hat. Foto: Michael Rudolphi

Zum Stand am Donnerstagabend verzeichnet die Bäderstadt Jung zufolge 1.844 Erstimpfungen, von denen die Mobilen Teams 690 Impfungen verabreicht haben.

Mittlerweile hätten auch alle stationären Pflegeeinrichtungen erste Impfungen erhalten. Die Aktionen für die zweite Impfung liefen jetzt an, zunächst im Theresienheim.

OB Margret Mergen warnt vor schnellen Lockerungen

Jung zufolge sind Lieferungen des Impfstoffs von AstraZeneca angekündigt. Dafür gebe es aber keine Verwendung, da dieses Vakzin für unter 65-Jährige nicht empfohlen sei.

Vorrang habe nach wie vor die Gruppe der über 80-Jährigen, die in Baden-Baden rund 5.500 Menschen zählt. „Wenn der Impfstoff kommt, kommt er erst mal in den Kühlschrank“, betont Jung.

Wir müssen pragmatisch und flexibel bleiben.
Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden

Oberbürgermeisterin Margret Mergen freut sich über den seit Tagen konstant niedrigen Inzidenzwert unter der 35er-Marke. „Wir müssen dennoch pragmatisch und flexibel bleiben“, bekräftigt die Rathaus-Chefin und warnt vor schnellen Lockerungen.

Schulen und Kitas sind mit Schutzmasken ausgestattet

Erste Öffnungen stehen demnächst in den Kitas und Schulen an. Bürgermeister Roland Kaiser informiert, dass inzwischen alle Schulen mit Masken ausgestattet seien.

Kitas und Flüchtlings-Unterkünfte sollen folgen. Die Stadt sei zudem in der Lage, Schnelltests für Lehrkräfte und Erzieher zu organisieren. Kaiser zufolge könnte das DRK entsprechende Schulungen vornehmen.

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