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Viele Ansteckungen im privaten Bereich

Corona-Mutante breitet sich in Bretten aus

Auch in Bretten und den Umlandgemeinden sind mittlerweile die Coronavirus-Mutationen angekommen. Da fast die Hälfte der Corona-Ansteckungen im privaten Bereich passiert, ist das Infektionsgeschehen sehr diffus.

Die Lage ist weiter angespannt: In der Brettener Rechbergklinik werden derzeit insgesamt 19 Covid-Patienten behandelt, von ihnen muss keiner beatmet werden. Aktuell sind 16 der 20 Betten auf der Covid-Normalstation belegt. Die Lage im Krankenhaus, für das nach wie vor strenge Regeln für die Besucher gelten, ist also weiter angespannt. Foto: Tom Rebel

Die Infektionszahlen in Bretten und den Umlandgemeinden bewegen sich noch auf überschaubarem Niveau, doch mittlerweile sind die Mutanten auch hier angekommen. „Die Zahlen werden in den nächsten Tagen erst mal ansteigen“, sagt Oberderdingens Bürgermeister Thomas Nowitzki (CDU).

Da fast die Hälfte der Corona-Ansteckungen im privaten Bereich passiert, sei das Infektionsgeschehen sehr diffus, erklärt Brettens Oberbürgermeister Martin Wolff (Freie Wähler). Immerhin gibt es derzeit keine Hotspots, etwa in einem Betrieb oder in einer Pflegeeinrichtung.

Rathauschefs appellieren für die Ostertage an die Vernunft der Bürger

Die Lagekarte mit den Covid-19-Infektionen des Landkreises Karlsruhe weist für Bretten Stand Karfreitag (2. April) 53 und für Oberderdingen 49 Corona-Fälle auf. Damit die Zahlen nach Ostern nicht in die Höhe schießen, appellieren Wolff und Nowitzki an die Vernunft und die Eigenverantwortung der Bürger. Jeder kenne die Bedeutung von Ostern gerade für Familien, die sich normalerweise an diesen Feiertagen treffen. Allerdings sollten sich die Menschen an die geltenden Kontaktbeschränkungen halten, sagen die Rathauschefs.

In Bretten macht laut OB Wolff die Virusmutation B.1.1.7 aus Großbritannien einen Großteil der aktuellen Infektionen aus, in Oberderdingen ist die Quote mit rund 20 Prozent, wie Nowitzki informiert, noch geringer. In Oberderdingen mussten vor den Feiertagen zwei Kita-Gruppen in Quarantäne, nachdem einer der Schnelltests, die bei den Erziehern regelmäßig durchgeführt werden, positiv war. Die positiv getestete Person habe keine Symptome gezeigt, so Nowitzki, nur durch das Testen habe man die Infektion überhaupt erkannt.

Deshalb spricht sich Nowitzki für regelmäßige Tests für Kinder, Erzieher, Schüler und Lehrer aus. Nur so könne man den Betrieb in Kitas und Schulen „möglichst sicher aufrechterhalten“. Wolff macht sich daneben für das Impfen stark: „Ich rate allen, die impfberechtigt sind, sich auch impfen zu lassen. Das ist die beste Möglichkeit, um dem Virus zu begegnen.“ Mit Stand Karfreitag haben rund 11,5 Prozent der Baden-Württemberger mindestens eine Impfung erhalten.

In Zaisenhausen steht seit Gründonnerstag wieder die Null

Im einstelligen Bereich bewegen sich die Infektionszahlen in den anderen Gemeinden im Verbreitungsgebiet der Brettener Nachrichten. „Das sind alles nur Momentaufnahmen“, sagt jedoch Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp (SPD), der in seiner Gemeinde acht bekannte Fälle hat, die alle im privaten Bereich passiert seien. „Wir sind bislang ganz gut durch die dritte Welle gekommen“, meint Rupp. Ein Grund dafür sei, dass in Gondelsheim rund 85 Prozent der über 80-Jährigen geimpft sind. Wie Rupp mitteilt, sei bislang nur ein Fall der britischen Virusvariante aufgetaucht.

Aktuell Corona-frei – und zwar als einzige Gemeinde im Landkreis – ist Zaisenhausen. Nachdem es dort zu Wochenbeginn noch drei Fälle gegeben hat, steht seit Gründonnerstag wieder die Null. Angesichts von bisher nur 40 bekannten Covid-Infektionen sagt Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle (parteilos): „Da wir bislang wirklich nur ganz wenige Fälle hatten, können wir auch nur sehr wenig über die Infektionsquellen sagen.“

Allerdings habe es sich bei den jüngsten Infektionen um Mutationen gehandelt, so Wöhrle. Stand Karfreitag sind daneben in Sulzfeld sechs und in Kürnbach vier Corona-Fälle registriert.

In der Rechbergklinik sind 16 der 20 Betten auf der Covid-Normalstation belegt

Im Fokus steht auch die Situation in der Brettener Rechbergklinik. Wie Alexander Tsongas, Pressesprecher der RKH Kliniken mitteilte, werden dort aktuell 19 Covid-Patienten behandelt, von denen keiner beatmet werden muss. 16 der 20 Betten auf der Covid-Normalstation sind belegt, die Lage ist also weiter angespannt. In der Rechbergklinik gelten nach wie vor strenge Regeln für Besucher.

„Obwohl die Bettenkapazität und unsere Mitarbeiter gelegentlich an die Grenzen des Machbaren kamen, haben die RKH Kliniken in Bretten und Bruchsal die ersten beiden Wellen hervorragend bewältigt“, sagt Regionaldirektorin Susanne Stalder: „Was uns in der dritten Welle bevorsteht, bleibt abzuwarten, weil sie trotz rasant steigender Infektionszahlen noch nicht in vollem Umfang in den Kliniken angekommen ist.“

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