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Oberbürgermeisterwahl Karlsruhe

Die energiegeladene Petra Lorenz fühlt sich fit für neue Aufgaben

Wenn Petra Lorenz etwas anpackt, geht es meist rasch. Von jetzt auf gleich Neustart eines Lederwarengeschäfts im Herzen der Karlsruher Fußgängerzone? Das ist ihre Handschrift, und so zeigt sich die Geschäftsfrau auch in der Kommunalpolitik: nach vier Jahren bei den Freien Wählern schon Stadträtin im Gemeinderat, jetzt Kandidatin um den Oberbürgermeistersessel.

Wetterfest: Petra Lorenz liebt den Friedrichsplatz auch im Winter. Sie hat auch in der Politik kein Problem damit, wenn der Wind mal von vorn kommt. Am liebsten sucht sie gelassen nach Lösungen. Foto: Jörg Donecker

Kommt der Wind von vorn, fühlt sich Petra Lorenz in ihrem Element. Ab kommendem Jahr auf Posten als Oberbürgermeisterin in Karlsruhe zu sein – das würde den Wirkungskreis der selbstständigen Geschäftsfrau und Präsidentin des Handelsverbands Nordbaden kräftig erweitern. Dafür kandidiert die 53-Jährige mit Unterstützung der Freien Wähler, denen sie angehört, und der Wählervereinigung Für Karlsruhe.

Energiegeladen geht die Geschäftsfrau gern alles an, was sie sich vornimmt. Ihr Einstand in Karlsruhe im Jahr 2003 ist ein Beispiel dafür. Damals sprang Lorenz in Rekordzeit in die Bresche, als ein alteingesessenes Lederwarengeschäft im Herzen der Stadt überraschend dicht machte: „Ich war die Einzige, die zusagte, das Geschäft noch vor Weihnachten wieder zu öffnen.“

Seither ist sie oft anzutreffen zwischen den Koffern und Taschen in ihrem Laden in dem großen Gebäudeblock an der Kaiserstraße, der an die Nordwestecke des Marktplatzes grenzt. Inzwischen führt die verheiratete Mutter eines Sohnes auch ein Lederwarengeschäft in der Durlacher Fußgängerzone.

Frau mit Führungsstärke

Schon in ihrer Jugend im Enzkreis hielt die junge Petra die Zügel in der Hand als Reiterin der elterlichen Pferde. Als junge Erwachsene sattelte sie um und sauste mit zeitweise fünf eigenen Huskys bei Wind und Wetter über Stock und Stein, auch per Fahrrad. Heute trifft man Petra Lorenz oft auf dem Friedrichsplatz mit ihrer vierbeinigen Paula. Die Mischlingshündin ist extrem agil und hat den Dickkopf der Terrier. Das ist genau die richtige Herausforderung für die Frau mit Führungsstärke.

Verlässlich, fair und immer mit einem Plan C in der Tasche – so sieht sich Lorenz, auch als Chefin. Manche Angestellte ist seit 20 Jahren in ihrem Team. Auf Wahlplakaten verspricht die OB-Kandidatin „Fairänderung für Karlsruhe“. Sie plädiert für Besonnenheit und beweist sie auch, wenn sie mit betroffen ist. Zum Beispiel bei Auswirkungen der Kombi-Baustelle auf die Umsätze in der Innenstadt.

„Wenn mich etwas aufregt, überlege ich, wie gravierend das Problem wirklich ist. Bei uns in Karlsruhe sind so viele lebenswichtige Dinge in Ordnung. In dem Wissen lässt sich für vieles in Ruhe eine Lösung finden“, sagt sie.

Video: Der Mensch hinter der OB-Kandidatin: Petra Lorenz

Das Ziel: Vor Ort die Dinge bewegen

Erst spät geht Lorenz in die Politik. „Ich merkte, dass ich an Grenzen stieß. Nur auf politischem Weg ließ sich mehr bewegen“, erklärt sie. Für die Freien Wähler entscheidet sie sich 2015. Schon seit 2019 sitzt sie im Gemeinderat, denn damals erringt Lorenz – sogar für die selbst überraschend – ihr Mandat als Stadträtin für die Wählervereinigung. Deren Profil entspricht ihr: „Da geht es um die Fragen vor Ort, ohne auf die Bundespolitik zu schielen.“

Zehn Jahre sind es bald, dass Lorenz mit ihrem Ehemann und dem inzwischen erwachsenen Sohn aus dem südlichen Landkreis Karlsruhe an den Rand der Waldstadt zog. In der Waldlage fühlt sich die naturverbundene Frau, die gern gärtnert, besonders wohl, weil sie dort wohnt „wie auf dem Land“. Mit Nachbarn hat sie für Insekten ein Stück öffentliches Grün an der Straße blütenreich gestaltet. „Dafür und für das gemeinsame Frühstück am Morgen vor dem einstündigen Gang mit dem Hund in den Wald werde ich als Oberbürgermeisterin weiter Zeit haben“, ist sich Lorenz sicher.

Lange Tage mit diszipliniertem Programm

Lorenz’ Tage beginnen schon jetzt um 5.30 Uhr und enden frühestens um 20 Uhr. „Ich bin sehr strukturiert, diszipliniert und pünktlich. Und es ist mir wichtig, gut vorbereitet zu sein“, sagt sie. „Mein Prinzip ist aber auch, mir für das Wichtige Zeit zu nehmen.“ Den Spielraum dafür gewinnt sie, indem sie zum Beispiel Telefonate erledigt, während sie im Auto unterwegs ist.

Wer Petra Lorenz nächstens auf dem Friedrichsplatz mit Paula eine kleine Runde drehen sieht, der weiß: Da nehmen sich zwei die nötige Zeit für etwas Wichtiges.

Hier gibt es alle Porträts der Kandidaten im Überblick

Petra Lorenz

Frank Mentrup

Marc Nehlig

Paul Schmidt

Vanessa Schulz

Sven Weigt

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